ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2018Kulturkalender: Schein und Wirklichkeit

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Kulturkalender: Schein und Wirklichkeit

PP 17, Ausgabe August 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Berlin

9. August bis 9. September 2018:

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Thessaloniki. 1900–2017

Foto: Sokratis Iordanidis Archive / Thessaloniki Museum of Photography
Foto: Sokratis Iordanidis Archive / Thessaloniki Museum of Photography

Sie hat europäische Kulturgeschichte zwischen Orient und Okzident geschrieben: die nordgriechische Metropole Thessaloniki mit ihrer Multikulturalität und ihrem regen gesellschaftlichen Leben. Historische und zeitgenössische Fotografien von 1900 bis 2017 (Bild: Sokratis Iordanidis, „An der Strandpromenade“, circa 1950–1958) lassen den Betrachter in den kosmopolitischen urbanen Alltag eintauchen und richten den Fokus auf prägende Themen wie die jüdische Vergangenheit der Stadt und das auch aktuell wieder wichtige Thema Migration. Die Aufnahmen stammen aus Museen und Privatsammlungen Thessalonikis.

Museum Europäischer Kulturen, Arnim-
allee 25, Di.–Fr. 10–17, Sa./So. 11–18 Uhr

DÜSSELDORF

Bis 7. Oktober 2018:

Das Auge reist mit: G. B. Beinaschi

Die kleine, feine Ausstellung widmet sich einem Künstler, der in Italien für seine virtuosen Gemälde und Zeichnungen berühmt, in Deutschland aber relativ unbekannt ist: Giovanni Battista Beinaschi (1634–1688). Im Piemont geboren, ging er früh nach Rom und später nach Neapel. Er war Kirchenmaler und schuf für private Auftraggeber Bilder, die den Überschwang des süditalienischen Barock meisterhaft in Szene setzen. Etwa 70 seiner Zeichnungen sind erstmals in Düsseldorf zu sehen, wo die weltweit umfangreichste Beinaschi-Sammlung zu Hause ist.

Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4–5,
Di.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr

INGELHEIM Am Rhein

12. August bis 21. Oktober 2018:

Mensch! Skulptur

Das Kunstforum Ingelheim zeigt zwölf verschiedene bildhauerische Auseinandersetzungen mit dem menschlichen Körper und feiert damit seine Wiedereröffnung. Die 60 ausgestellten Skulpturen aus Stein, Bronze oder Terrakotta stammen von so bedeutenden Künstlern wie Archipenko, Beckmann, Giacometti, Lehmbruck, Moore, Picasso und Rodin. Sie zeichnen über ein Jahrhundert hinweg den Weg nach von der realistischen Auffassung des menschlichen Körpers hin zur abstrakten Reduktion.

Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus,
François-Lachenal-Platz 1, Di.–Fr. 11–19, Sa./So. 11–18 Uhr

MÜNCHEN

17. August 2018 bis 13. Januar 2019:

Lust der Täuschung

Die Frage nach Realität oder Fake ist nicht neu – jedenfalls in der Kunst. Seit der Antike, als die Freskomalerei überzeugend Dreidimensionalität simulierte, spielen Künstler mit unserer Wahrnehmung und führen uns über optische Täuschungen, visuelle Illusionen, Trugbilder und Fälschungen vor Augen, wie leicht wir zu überlisten sind. Mit rund 100 Werken aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video, Design und interaktiver Virtual-Reality-Kunst führt die Ausstellung unterhaltsam durch die (Kunst-) Geschichte von Schein und Inszenierung.

Hypo-Kunsthalle, Theatinerstraße 8
(in den Fünf Höfen), tgl. 10–20 Uhr

SCHWERIN

Bis 7. Oktober 2018:

Hinter dem Horizont: DDR-Kunst

Circa 100 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen aus der hauseigenen Sammlung geben im Staatlichen Museum Schwerin Einblick in die Kunst der DDR jenseits der verordneten Staatskunst. Damit möchten die Kuratoren den leisen, kritischen Stimmen eine Bühne geben, die sich den ideologischen Vorgaben und Stereotypen des Sozialistischen Realismus verweigerten. In Gattungen wie Porträt, Landschaft und Stillleben schufen sie eine ganz eigene künstlerische Sprache und einen besonderen Blick auf die DDR-Wirklichkeit.

Staatliches Museum, Alter Garten 3,
Di.–So. 11–18 Uhr (bis Oktober)

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Zähne gefallener Soldaten

Foto: Wellcome Collection London
Foto: Wellcome Collection London

Thomas Rowlandsons köstlicher Stich „A French dentist showing a specimen of his artificial teeth and false palates“, 1811 (Bild), ist eines von mehr als 150 Exponaten, die in der Londoner Wellcome Collection die Kulturgeschichte der Zahnheilkunde
erzählen. Von Schmieden und Badern, die Extraktionen vornahmen und als Ersatz Tierzähne oder Zähne gefallener Soldaten implantierten, über Fauchards berühmte erste zahnwissenschaftliche Abhandlung „Le Chirurgien Dentiste“ von 1728 und Napoleons Zahnbürste bis hin zum mit modernster Zahnkosmetik erzeugten Hollywoodlächeln dreht sich alles um den
einzig sichtbaren Part des menschlichen Skeletts. Die Leihgaben stammen unter anderem aus der Schatzkammer der British Dental Association.

„Teeth“, Wellcome Collection, 183 Euston Road, London, www.wellcomecollection.org, Di./Mi./Fr./Sa. 10–18, Do. 10–22, So. 11–18 Uhr (bis 16. September 2018)

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