ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2018Depressive Symptomatik bei Jugendlichen

MEDIZIN: Originalarbeit

Depressive Symptomatik bei Jugendlichen

Prävalenz und assoziierte psychosoziale Merkmale in einer repräsentativen Stichprobe

Depressive symptoms in adolescents—prevalence and associated psychosocial features in a representative sample

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(33-34): 549-55; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0549

Wartberg, Lutz; Kriston, Levente; Thomasius, Rainer

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Hintergrund: Die Bestimmung der aktuellen Prävalenz von depressiver Symptomatik bei Jugendlichen in Deutschland.

Methode: Eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von 1 001 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren wurde telefonisch im August und September 2017 hinsichtlich depressiver Symptomatik in den letzten beiden Wochen (das eingesetzte Instrument DesTeen erfasst gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Energieverlust, Gefühle von Wertlosigkeit, Schuldgefühle und kognitive Symptome) und psychosozialer Merkmale befragt.

Ergebnisse: Für 988 Fälle (Durchschnittsalter: 14,58 Jahre, 48,4 % Mädchen) konnten Prävalenzschätzungen und die Bestimmung assoziierter Faktoren erfolgen. Die geschätzte Punktprävalenz depressiver Symptomatik (DesTeen-Summenwert ≥ 14) bei 12- bis 17-Jährigen lag bei 8,2 % (95-%-Konfidenzintervall: [6,5; 9,9]). Mädchen (11,6 % [95-%-KI: 8,8; 14,4]) waren statistisch signifikant häufiger (p < 0,001) betroffen als Jungen (5,0 % [95-%-KI:3,1; 6,9]). Eine depressive Symptomatik trat häufiger auf in Verbindung mit weiblichem Geschlecht, höherem Lebensalter, schlechterer Schulleistung, niedrigerem interpersonalen Vertrauen, negativerem Körperbild, problematischerem Gebrauch sozialer Medien und von Computerspielen sowie niedrigerer Funktionalität der Familie. Im multifaktoriellen Regressionsmodell wurde circa ein Drittel der Variation der Gruppenzugehörigkeit (Nagelkerkes R2 = 0,35) erklärt.

Schlussfolgerung: Ein substanzieller Prozentsatz der deutschen 12- bis 17-Jährigen ist von einer depressiven Symptomatik betroffen. Es konnten neue Zusammenhänge (zum Beispiel zwischen depressiver Symptomatik im Jugendalter und problematischer Nutzung sozialer Medien) erstmalig für Deutschland gezeigt werden.

LNSLNS

Unipolare depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen bei Jugendlichen (1). Bereits im Jugendalter zeigen sich nach der aktuellen „Global Burden of Disease“-Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation deutliche Auswirkungen des Krankheitsbildes (2). Aufgrund der weiten Verbreitung und der potenziell gravierenden Konsequenzen (unter anderem erhöhtes Risiko für Suizidalität [3], allerdings liegen dazu spezifisch für Jugendliche nur wenige empirische Befunde vor) wurde vorgeschlagen, depressive Erkrankungen bei Jugendlichen als ein weltweit vorrangiges Gesundheitsthema („global health priority“) zu behandeln (4). Für die Entstehung depressiver Erkrankungen im Jugendalter wird ein Zusammenspiel aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren angenommen. Als zentrale psychosoziale Risikofaktoren konnten nach Naab et al. (5) identifiziert werden:

  • elterliche Vernachlässigung
  • problematische soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen und
  • familiäre Probleme.

In einer Metaanalyse hatte sich für depressive Erkrankungen bei 13- bis 18-Jährigen eine Prävalenz von 5,6 % ergeben (6). In den eingeschlossenen Primärstudien waren Aktualprävalenzen bis hin zu 12-Monats-Prävalenzen erhoben worden. Nach den Ergebnissen dieser Metaanalyse (6) waren weibliche Jugendliche (5,9 %) von der Erkrankung häufiger betroffen als männliche Jugendliche (4,6 %) . Dieser Geschlechtsunterschied ist für depressive Erkrankungen bereits im Jugendalter vielfach empirisch belegt worden. Für Deutschland liegt die letzte Prävalenzschätzung, die auf einer repräsentativen Stichprobe basiert, aus der BELLA-Studie vor (7). Die Datenerhebung erfolgte zwischen Mai 2003 und Mai 2006. Nach Bettge et al. (7) hatte sich in der Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen im Selbsturteil für 9,7 % der Mädchen und 4,7 % der Jungen eine Beeinträchtigung durch depressive Probleme ergeben. Ein derartiger positiver Screening-Befund ist allerdings nicht gleichzusetzen mit einer depressiven Erkrankung. Neue BELLA-Befunde aus einer longitudinalen Verfolgung der Stichprobe sind voraussichtlich noch im Jahr 2018 zu erwarten.

Während Costello et al. (6) berichteten, dass sich für Kinder und Jugendliche, die zwischen 1965 und 1996 geboren wurden, kein Anstieg in den Prävalenzraten von depressiven Erkrankungen zeigt, wurden in den letzten Jahren international mehrere Befunde publiziert, die in verschiedenen Ländern von einem Anstieg der Häufigkeit von depressiver Symptomatik im Jugendalter berichteten (811). Diese Trendaussagen basieren in aller Regel auf Ergebnissen aus repräsentativen Querschnittsstudien, die zu verschiedenen Erhebungszeitpunkten durchgeführt wurden. Zwischen 1997 und 2006 wurde ein Anstieg von Depressivität im Selbsturteil bei isländischen Mädchen (aber nicht bei Jungen) und für beide Geschlechter eine zunehmende Inanspruchnahme professioneller Hilfeangebote (Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter) berichtet (8). Bei weiblichen finnischen Jugendlichen hatte sich eine statistisch signifikant höhere Prävalenz schwerer Depressionen im Vergleich der Werte für die Jahre 2010/2011 (Mädchen: 4,7 %/Jungen: 2,2 %) und 2000/2001 (Mädchen: 4,0 %/Jungen: 2,1 %) ergeben (9). Von Soest und Wichstrøm (10) berichteten einen höheren Anteil an norwegischen Jugendlichen mit starken depressiven Symptomen im Vergleich der Jahre 2002 (Mädchen: 11,4 %/Jungen: 6,1 %) und 1992 (Mädchen: 8,8 %/Jungen: 2,9 %). Der Unterschied zwischen dem Befund für 2010 (Mädchen: 13,4 %/Jungen: 5,5 %) und dem Ergebnis für 2002 war hingegen nicht statistisch signifikant (10). Mojtabai et al. (11) untersuchten die Entwicklung der 12-Monats-Prävalenz von „Major Depression“-Diagnosen bei US-amerikanischen Jugendlichen und berichteten höhere Prävalenzwerte für 2014 (11,3 %) als für 2005 (8,7 %). Hingegen konnte bei kanadischen Jugendlichen kein Anstieg der 12-Monats-Prävalenz von „Major Depression“-Diagnosen zwischen 2000 und 2014 festgestellt werden. Allerdings war die Prävalenz selbstberichteter Diagnosen von affektiven Störungen, die durch Gesundheitsfachkräfte („health professionals“) gestellt worden waren, zwischen 2003 und 2014 angestiegen (12). Zusammenfassend ist die Befundlage zu der Frage, ob es international in den letzten Jahren einen Anstieg betroffener Jugendlicher mit einer depressiven Symptomatik gab, nicht eindeutig.

Der klinische Aspekt

Bei Prävalenzschätzungen in Bevölkerungsstichproben ist zu berücksichtigen, dass eine depressive Symptomatik (insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Schweregrade der Störungsbilder) nicht gleichzusetzen ist mit dem Behandlungsbedarf ([13], der als niedriger eingeschätzt werden kann). Da allerdings eine depressive Erkrankung im Jugendalter (mindestens bei längerer Dauer) ein starker Prädiktor für psychische Probleme im Erwachsenenalter ist (14), erscheint es unter Public Health-Aspekten durchaus sinnvoll, zu überprüfen, in welchem Umfang bereits Jugendliche von einer depressiven Symptomatik betroffen sind, um gegebenenfalls frühzeitig Präventions- oder Interventionsmaßnahmen anbieten zu können beziehungsweise in Abhängigkeit von den epidemiologischen Befunden derartige Angebote zu reduzieren oder auszubauen.

Ziel der vorliegenden Studie war es zu überprüfen:

  • wie hoch aktuell die Punktprävalenz depressiver Symptomatik bei Jugendlichen in Deutschland ist und
  • welche soziodemografischen und psychosozialen Merkmale mit depressiver Symptomatik im Jugendalter assoziiert sind.

Methode

Datenerhebung

Die Datenerhebung erfolgte telefonisch durch ein Markt- und Meinungsforschungsinstitut (Forsa) im August und September 2017 bei insgesamt 1 001 Jugendlichen (eine Zufallsstichprobe von 1 698 12- bis 17-Jähriger war zur Teilnahme angefragt worden, die Teilnahmequote lag dementsprechend bei 59,0 %). Dazu wurden vorab auf Basis des ADM-Telefon-Mastersamples in einer mehrstufigen systematischen Zufallsauswahl Haushalte ausgewählt, kontaktiert und erfragt, ob 12- bis 17-Jährige im Haushalt leben und ob eine (erneute) telefonische Kontaktaufnahme stattfinden darf. Das Interview am Telefon zur Datenerhebung dauerte dann durchschnittlich knapp 17 Minuten und die Befragten waren Kinder und Jugendliche aus Deutschland (Altersbereich 12 bis 17 Jahre, im Folgenden wird aus sprachlichen Gründen einheitlich von Jugendlichen gesprochen). Um Repräsentativität für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland zu erreichen, erfolgte nach Abschluss der Datenerhebung durch das Marktforschungsinstitut eine Struktur-Gewichtung der Stichprobe hinsichtlich der Merkmale Geschlecht, Alter und Region (Ost/West) auf Grundlage der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Bundesamtes (Stand vom 31. 12. 2015).

Untersuchungsmethoden

Zur Erfassung einer depressiven Symptomatik im Jugendalter wurde der validierte Depressionsscreener für Teenager (DesTeen, [15]) mit dem empfohlenen Cut-Off-Wert von ≥ 14 (16, S. 1307) eingesetzt. Das Merkmal zwischenmenschliches Vertrauen wurde bei den Befragten mit der Kurzskala Interpersonales Vertrauen (KUSIV3 [17]) und das subjektive Körperbild mit drei Fragen aus dem Fragebogen zum Körperbild (18) erhoben. Die problematische Nutzung sozialer Medien (Internetseiten sozialer Netzwerke, Messenger, etc.) wurde mit der Social Media Disorder Scale (SMDS) (19) und die problematische Nutzung von Computerspielen mit der Internet Gaming Disorder Scale (IGDS) (20) untersucht. Die Funktionalität in der Familie wurde mit dem Family-APGAR-Fragebogen (21) erfasst. Zentrale soziodemografische Merkmale (zum Beispiel Geschlecht und Alter der Jugendlichen) sowie Schulleistung wurden ebenfalls erfragt.

Datenauswertung

Zur Schätzung der Punktprävalenz depressiver Symptomatik im Jugendalter wurden relative Häufigkeiten mit 95-%-Konfidenzintervallen [95-%-KI] berechnet, zuerst für die gewichtete Gesamtstichprobe und danach stratifiziert nach Geschlecht (für jede Subgruppe wurde die Gewichtsvariable jeweils adjustiert). Bei 13 der befragten 1 001 Personen (1,3 % der Stichprobe) gab es insgesamt 16 fehlende Werte in den Items des DesTeen, sodass kein Summenwert des Fragebogens berechnet werden konnte. Angesichts der niedrigen absoluten Anzahl (16 von insgesamt 14 014 Angaben oder 0,1 %) wurden fehlende Werte nicht imputiert. Alle statistischen Analysen zu depressiver Symptomatik wurden ohne die 13 Personen mit fehlendem DesTeen-Summenwert und demnach mit 988 Fällen durchgeführt. Die Vergleiche von Gruppen (zum Beispiel der beiden Geschlechter) erfolgten mit Chi-Quadrat-Tests und t-Tests für unabhängige Stichproben. Zusammenhänge zwischen der abhängigen Variable (zwei Ausprägungen: depressive Symptomatik nicht vorhanden versus vorhanden) und den unabhängigen Variablen (Geschlecht, Alter, Schulleistung, interpersonales Vertrauen, Körperbild, problematische Nutzung sozialer Medien und von Computerspielen sowie Familienfunktionalität) wurde mittels logistischer Regressionen (Einschlussverfahren, ebenfalls im gewichteten Datensatz) untersucht. Dazu wurden zuerst die bivariaten Zusammenhänge zwischen depressiver Symptomatik und jeweils einem Merkmal bestimmt, danach erfolgte eine multifaktorielle Regressionsanalyse mit allen unabhängigen Variablen in einem Modell. Alle Berechnungen wurden mit der Analyse-Software SPSS Version 22.0 (IBM Inc., Armonk, NY, USA) durchgeführt. Als statistisches Signifikanzniveau wurde entsprechend der international gängigen Konventionen α = 0,05 gewählt.

Ergebnisse

Eine deskriptive Beschreibung hinsichtlich sozidemografischer und psychosozialer Merkmale der 988 12- bis 17-Jährigen, die in die Auswertung einbezogen werden konnten, findet sich in Tabelle 1. Erwartungskonform (angesichts des Altersbereiches der Stichprobe) gingen die meisten Jugendlichen zum Zeitpunkt der Befragung noch zur Schule (926 Fälle oder 93,7 %). Insgesamt 45 (4,6 %) der befragten Jugendlichen absolvierten eine Ausbildung, sechs (0,6 %) leisteten Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst, vier (0,4 %) berichteten arbeitslos arbeitssuchend zu sein, einer (0,1 %) studierte an einer Fachhochschule/Hochschule und weitere sechs (0,6 %) wählten die Antwortoption „Sonstiges“. Bei den 62 Jugendlichen (6,3 %), die nicht mehr zur Schule gingen, war ergänzend der höchste erreichte Schulabschluss abgefragt worden. Eine Person (0,1 % der Stichprobe) hatte keinen Schulabschluss erreicht, eine (0,1 %) einen Förderschulabschluss, 17 (1,7 %) einen Hauptschulabschluss, 35 (3,6 %) einen Realschulabschluss, sieben (0,7 %) Fachhochschulreife/Abitur und eine (0,1 %) einen anderen Abschluss (bei diesen Ergebnissen ist ebenfalls das Alter der Befragten und der Prozentsatz der Personen in aktuell laufender schulischer Ausbildung zu berücksichtigen).

Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale
Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale
Tabelle 1
Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale

Für insgesamt 81 Jugendlichen ergab sich ein positiver Screening-Befund für eine depressive Symptomatik (Summenwert im DesTeen ≥ 14). Daraus ergibt sich für eine depressive Symptomatik bei Jugendlichen in Deutschland eine Prävalenzschätzung von 8,2 % (Punktprävalenz, [95-%-KI: 6,5 ; 9,9]). Mädchen (11,6 % [8,8; 14,4]) berichteten statistisch signifikant häufiger von einer depressiven Symptomatik (χ= 14,12, df = 1, p < 0,001) als Jungen (5,0 % [3,1; 6,9]). Betroffene waren statistisch signifikant älter (t = 2,61, df = 986, p = 0,009) als Jugendliche mit negativem Screening-Befund.

In bivariaten Regressionsanalysen zeigten sich statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen depressiver Symptomatik und (Tabelle 2):

Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
Tabelle 2
Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
  • weiblichem Geschlecht
  • höherem Lebensalter
  • schlechterer Schulleistung
  • niedrigerem interpersonalen Vertrauen
  • negativerem Körperbild
  • problematischerem Gebrauch sozialer Medien und von Computerspielen
  • geringerer Zufriedenheit mit den Familienbeziehungen.

In einem gemeinsamen Modell, in das alle unabhängigen Variablen zusammen eingebracht wurden, war depressive Symptomatik statistisch signifikant mit weiblichem Geschlecht, höherem Lebensalter, negativerem Körperbild, problematischerem Gebrauch sozialer Medien und geringerer Zufriedenheit mit den Familienbeziehungen assoziiert.

In dieser multifaktoriellen Regressionsanalyse wurde etwa ein Drittel der Variation der Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen (Jugendliche ohne versus Jugendliche mit depressiver Symptomatik) aufgeklärt (Nagelkerkes R= 0,35, χ= 120,20, p < 0,001).

Diskussion

In der vorliegenden Studie wurde in einer repräsentativen Stichprobe deutscher Jugendlicher die Prävalenz depressiver Symptomatik erhoben. Nach der Prävalenzschätzung wies ein substanzieller Prozentsatz der Stichprobe (8,2 %) oder umgerechnet etwa jeder zwölfte Jugendliche in Deutschland eine depressive Symptomatik (Punktprävalenz) auf. Zwischen beiden Geschlechtern zeigten sich deutliche Unterschiede, betroffen ist etwa jedes neunte Mädchen aber nur jeder zwanzigste Junge. Im Vergleich zu den letzten vorliegenden Befunden basierend auf einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe von Bettge et al. (7) ist der Prozentsatz von männlichen Jugendlichen mit einer depressiven Symptomatik [2017: 5,0 % vs. 2008: 4,7 % (7)] nahezu unverändert geblieben, während bei den weiblichen Jugendlichen eine leicht höhere Prävalenzschätzung [2017: 11,6 % vs. 2008: 9,7 % (7)] beobachtet wurde. Allerdings wurden in beiden Studien unterschiedliche Screening-Instrumente eingesetzt, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse einschränkt. Neben den verschiedenen Fragebögen mit jeweils unterschiedlichen Cut-Off Werten, besteht der wichtigste Unterschied darin, dass Bettge et al. (7) als zusätzliche Information den Grad der Beeinträchtigung durch psychische Probleme erfasst haben und diesen Aspekt mit einem positiven Screening-Befund für depressive Symptomatik kombinierten. In der vorliegenden Studie wurde dagegen ausschließlich das Screening-Instrument DesTeen genutzt (das allerdings in der Entwicklung an einem strukturierten diagnostischen Interview validiert worden ist, siehe auch eMethodenteil). Eine depressive Symptomatik spricht für eine subjektive Belastung und Krankheitslast bei den Betroffenen (gegebenenfalls auch bei den Angehörigen), ist allerdings nicht mit der Diagnose einer Depression gleichzusetzen. Nach der Analyse von Daten einer deutschen gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (Gmünder Ersatzkasse) berichteten Hoffmann et al. (22), dass 2009 3,1 % der 12- bis 18-Jährigen Versicherten im letzten Jahr ambulant die Diagnose einer Depression erhalten hatten (bei dieser administrativen Prävalenz ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich sehr wahrscheinlich nicht alle Betroffenen in ambulante Behandlung begeben hatten beziehungsweise selbst bei Vorliegen der Störung die Diagnose dort erhalten haben).

International sind die Befunde heterogen, einige Studien sprechen für einen Anstieg depressiver Symptomatik im Jugendalter (11) andere wiederum dagegen (12). Möglicherweise ist die Entwicklung international nicht einheitlich und es bedarf einer differenzierteren Betrachtung, welche zusätzlichen Aspekte in bestimmten Ländern einen Anstieg möglicherweise jeweils beeinflusst haben könnten, zum Beispiel spielt nach den Resultaten von Torikka et al. (9) der sozioökonomische Status der Herkunftsfamilie eine zentrale Rolle. Der Befund der vorliegenden Studie deutet darauf hin, dass in Deutschland eine depressive Symptomatik im Jugendalter nicht seltener als im Erwachsenenalter auftritt, denn in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) wurde in einer repräsentativen Stichprobe von 18- bis 79-Jährigen eine Punktprävalenz von 8,1 % berichtet (23). Allerdings ist bei der Gegenüberstellung der Befunde von Erwachsenen und Jugendlichen als methodische Einschränkung zu berücksichtigen, dass in der DEGS (23) ein anderes Screening-Instrument (PHQ-9, [24]) mit anderem Cut-Off Wert (≥ 10) eingesetzt worden ist.

Mehrere der identifizierten Korrelate depressiver Symptomatik bei Jugendlichen (weibliches Geschlecht, höheres Alter, negativeres Körperbild, und niedrigere Funktionalität der Familie) sind empirisch gut belegt (zum Beispiel [6, 25, 26]). Insbesondere die Assoziation zwischen einer problematischen Nutzung sozialer Medien und depressiver Symptomatik im Jugendalter ist dagegen ein neues Forschungsfeld (27) und konnte erstmals für Deutschland gezeigt werden, wohingegen Zusammenhänge zwischen problematischem Computerspielverhalten und Depressivität bereits vorher empirisch beobachtet worden waren (28). Weiterhin sind Zusammenhänge zwischen den verschiedenen assoziierten Faktoren, wie zum Beispiel Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche und Beeinflussung ihres Körperbildes dadurch, sehr interessant und sollten hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Entstehung depressiver Symptomatik zukünftig in Längsschnittstudien weiterführend untersucht werden.

Die vorliegende Studie weist verschiedene Limitationen auf. Depressive Symptome wurden mit einem Screening-Fragebogen und nicht mit einem strukturierten klinischen Interview erhoben, das eine präzisere Erfassung und Vergabe von Diagnosen ermöglicht hätte. Allerdings werden bei hohen Fallzahlen in epidemiologischen Studien häufig Fragebögen statt Interviews genutzt (zum Beispiel ebenfalls bei [7] oder [23]) und das eingesetzte Erhebungsinstrument wurde an einem strukturierten diagnostischen Interview validiert (16). Die Prävalenzschätzungen beruhen auf Selbstbeurteilungen der Jugendlichen; im Vergleich zu Fremdeinschätzungen (zum Beispiel durch die Eltern) gelten diese allerdings als zuverlässiger (29), allerdings wäre zur Einschätzung der klinischen Bedeutsamkeit eine zusätzliche Erfassung der Beeinträchtigung durch die depressive Symptomatik hilfreich gewesen. Zusätzlich zu den untersuchten Korrelaten gibt es weitere relevante Faktoren, die aus Gründen der Ökonomie bei den befragten Jugendlichen nicht erfasst wurden, wie zum Beispiel komorbide psychische oder chronische somatische Erkrankungen. Weiterhin wurden in der Befragung der sozioökonomische Hintergrund der Herkunftsfamilie und der Migrationshintergrund nicht erfasst, und somit ist es nicht auszuschließen, dass diese Aspekte ebenfalls relevant für eine depressive Symptomatik im Jugendalter sind. Das gewählte Design einer Querschnitterhebung in einer repräsentativen Stichprobe ist gut geeignet für eine Prävalenzschätzung (30), Ursachen- und Wirkungszusammenhänge lassen sich daraus allerdings nicht ableiten. Beispielsweise können Schulleistungen, natürlich als Folge der psychischen Belastung nachlassen, allerdings kann andererseits umgekehrt eine Begünstigung psychopathologischer Belastung zum Beispiel durch nachlassende Schulleistungen ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Die vorliegende Studie erbrachte einige wichtige neue Befunde zu depressiver Symptomatik. Ein substanzieller Prozentsatz der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland ist von einer depressiven Symptomatik betroffen. Angesichts des erhöhten Risikos einer Chronifizierung der Symptomatik bis ins Erwachsenenalter (31) scheinen Ergänzungen oder Weiterentwicklungen vorliegender primär- und sekundärpräventiver Ansätze für Jugendliche in der Zukunft relevant. Die identifizierten Korrelate (insbesondere die nach den Befunden besonders relevanten individuellen psychosozialen Merkmale negatives Körperbild und problematische Nutzung sozialer Medien) könnten dabei hilfreich sein, allerdings sollten sie hinsichtlich ihrer prädiktiven Bedeutung für die Entwicklung einer depressiven Symptomatik insbesondere in Längsschnittstudien weiter untersucht werden.

Finanzierung
Die Studie wurde mit Unterstützung aus Mitteln der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 14. 1. 2018, revidierte Fassung angenommen: 22. 5. 2018

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. phil. Dipl.-Psych. Lutz Wartberg
Deutsches Zentrum für Suchtfragen
des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
lwartberg@uke.de

Zitierweise
Wartberg L, Kriston L, Thomasius R: Depressive symptoms in adolescents—prevalence and associated psychosocial features in a representative sample. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 549–55. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0549

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3318 oder über QR-Code

eMethodenteil

Im Depressionsscreener für Teenager (DesTeen [15]) werden sechs charakteristische Symptomgruppen für jugendliche Depression erfasst: gedrückte Stimmung (drei Items), Interessenverlust (drei Items), Energieverlust (zwei Items), Gefühle von Wertlosigkeit (zwei Items), Schuldgefühle (zwei Items) und kognitive Symptome (zwei Items [15]). In dem spezifisch für diese Altersgruppe an der Universität München entwickelten und validierten Fragebogen DesTeen wird mit 14 Items (Likert-Skala mit jeweils vier vorgegebenen Antwortsätzen) die Ausprägung einer depressiven Symptomatik für den Zeitraum der letzten beiden Wochen (Punktprävalenz) erhoben und ein Summenwert berechnet (höhere Werte stehen für eine stärker ausgeprägte depressive Symptomatik). Aus den 14 Fragen wird ein Summenwert für den DesTeen berechnet, der Ausprägungen zwischen 0 und 42 annehmen kann (höhere Werte stehen für eine stärker ausgeprägte depressive Symptomatik). Von den Testautoren wird ein Cut-Off-Wert von ≥ 14 empfohlen (16), dementsprechend wurde in der vorliegenden Studie ein Summenwert im DesTeen ≥ 14 als Vorliegen einer depressiven Symptomatik definiert. Ein positiver Screening-Befund für eine depressive Symptomatik nach dem DesTeen in der vorliegenden Studie ist nicht gleichzusetzen mit der Diagnose einer depressiven Erkrankung (dazu müsste eine Diagnosestellung durch einen Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten erfolgt sein). Im Rahmen der Instrumentenentwicklung und -überprüfung wurde mit den befragten Jugendlichen ein strukturiertes klinisches Interview (Kinder-DIPS [e1]) durchgeführt und die Diagnosen aus dem Interview wurden als „Goldstandard“ zur Validierung des DesTeen genutzt. Mit dem Kinder-DIPS wurden basierend auf dem (DSM-IV-TR [e2]) bei den Jugendlichen die Diagnosen „Major Depression“ und „Dysthyme Störung“ gestellt, zusätzlich wurde „Minor depression“ (nach den Kriterien im Anhang B des DSM-IV-TR) mit erfasst (15). Der Fragebogen DesTeen wies hohe Werte in der diagnostischen Genauigkeit auf, beispielsweise zeigten sich für „irgendeine depressive Störung“ nach dem Kinder-DIPS (Sammelkategorie) „Area under the curve (AUC)-Werte von 0.91 (13) beziehungsweise 0,94 ([16], Validitätsbelege). Für eine optimale Kombination aus Sensitivität und Spezifität wird im pädiatrischen Setting von den Testautoren ein Cut-Off-Wert von ≥ 14 empfohlen, damit werden nach Allgaier et al. (16) die Fälle mit Minor Depression (S. 1307) beziehungsweise einem geringeren Ausprägungsgrad einer depressiven Symptomatik ausgeschlossen.

In der Kurzskala Interpersonales Vertrauen (KUSIV3) wird mit drei Items (5-stufiges Antwortformat: 1 = „stimme gar nicht zu“, 2 = „stimme wenig zu“, 3 = „stimme etwas zu“, 4 = „stimme ziemlich zu“, 5 = „stimme voll und ganz zu“) das zwischenmenschliche Vertrauen der Jugendlichen mittels Selbsteinschätzung erfasst. Über die drei Fragen des KUSIV3 wird ein Mittelwert berechnet und ein höherer Wert spricht für ein stärker ausgeprägtes interpersonales Vertrauen.

Um zeitlich möglichst ökonomisch das subjektive Körperbild zu erfassen, wurden drei von 20 Items (5-stufiges Antwortformat: 1 = „trifft nicht zu“, 2 = „trifft kaum zu“, 3 = „trifft teilweise zu“, 4 = „trifft weitgehend zu“, 5 = „trifft völlig zu“) aus dem Fragebogen zum Körperbild (18) eingesetzt. Aus den drei Fragen (zur Zufriedenheit mit der eigenen Figur, zum Gefallen auf Fotos und dem Wunsch anders auszusehen) wurde ein Summenwert berechnet, der bei höherer Ausprägung auf ein negativeres Körperbild hindeutet.

Eine problematische Nutzung sozialer Medien (Internetseiten sozialer Netzwerke, Messenger, etc.) wurde mit der Social Media Disorder Scale (SMDS) (19) und eine problematische Nutzung von Computerspielen mit der Internet Gaming Disorder Scale (IGDS) (20) untersucht. SMDS und IGDS bestehen jeweils aus neun Fragen mit binärem Antwortformat (0 = „nein“, 1 = „ja“), aus denen ein Summenwert berechnet wird. Ein höherer Wert spricht für eine problematischere Nutzung sozialer Medien beziehungsweise von Computerspielen.

Die Qualität der familialen Beziehungen beziehungsweise Funktionalität in der Familie wurde mit dem Family APGAR (21) erfasst. APGAR ist ein Akronym für fünf Aspekte von familialen Beziehungen (Adaptability [Anpassungsfähigkeit], Partnership [Partnerschaft], Growth [Wachstum], Affection [Zuneigung], Resolve [Entschlossenheit]), die mit dem Fragebogen untersucht werden. Das Instrument besteht aus fünf Items (3-stufiges Antwortformat: 0 = „fast nie“, 1 = „manchmal“, 2 = „fast immer“), aus denen ein Summenwert (Range: 0 bis 10) gebildet werden kann. Ein höherer Summenwert spricht für eine bessere Funktionalität der Familie.

Zur Einschätzung der schulischen Leistungen der Jugendlichen wurden die Befragten gebeten, dass sie die Noten aus dem letzten Schulzeugnis in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache aufaddieren sollten (mit der Summenbildung sollten Fehler bei der Berechnung von Mittelwerten über drei Noten durch die Jugendlichen vermieden werden). Analog zu den „klassischen Schulnoten“ sprechen höhere Ausprägungen in dieser Notensumme für schlechtere schulische Leistungen. Zentrale soziodemografische Merkmale (zum Beispiel Geschlecht und Alter der Jugendlichen) sowie weitere Angaben zur Nutzung von digitalen Medien (zum Beispiel hinsichtlich Dauer und Frequenz von sozialen Medien, Computerspielen und YouTube) wurden ebenfalls erfragt.

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Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf:
PD Dr. phil. Dipl.-Psych. Levente Kriston
Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale
Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale
Tabelle 1
Beschreibung der Gesamtstichprobe sowie der Jugendlichen ohne und mit depressiver Symptomatik hinsichtlich der soziodemografischen und psychosozialen Merkmale
Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
Tabelle 2
Zusammenhänge zwischen soziodemografischen und psychosozialen Aspekten und depressiver Symptomatik in einer repräsentativen deutschen Stichprobe von Jugendlichen (alle Zusammenhänge wurden zuerst bivariat und im zweiten Schritt in einem gemeinsamen Modell betrachtet)
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