ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2018Einfluss der Hilfsfrist auf das Überleben nach plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand

MEDIZIN: Originalarbeit

Einfluss der Hilfsfrist auf das Überleben nach plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand

Analyse aus dem Deutschen Reanimationsregister

The effect of ambulance response time on survival following out-of-hospital cardiac arrest—an analysis from the German resuscitation registry

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(33-34): 541-8; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0541

Bürger, Andreas; Wnent, Jan; Bohn, Andreas; Jantzen, Tanja; Brenner, Sigrid; Lefering, Rolf; Seewald, Stephan; Gräsner, Jan-Thorsten; Fischer, Matthias

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Hintergrund: Der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Hilfsfrist ist eine wichtige Planungsgröße für den Rettungsdienst. In dieser Studie wird der Einfluss der Hilfsfrist auf das Überleben nach rettungsdienstlicher Reanimation untersucht.

Methode: Grundlage sind Daten des Deutschen Reanimationsregisters (1. 1. 2010 – 31. 12. 2016). Zunächst wurde mittels einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse der Einfluss der Hilfsfrist – definiert als Zeitintervall vom Alarm bis zum Eintreffen des ersten Fahrzeugs – auf die prozentuale Entlassungsrate in Abhängigkeit unter anderem von der Laienreanimation untersucht. Zweitens erfolgte ein Vergleich von schnelleren und langsameren Rettungsdiensten, gruppiert anhand des Hilfsfristerreichungsgrades (innerhalb von acht Minuten = 75 % oder > 75 %), hinsichtlich der Reanimationshäufigkeit und Anzahl der überlebenden Patienten.

Ergebnisse: Anhand von 10 853 Patientendaten zeigte sich im Modell zur logistischen Regression, dass Hilfsfrist, Laienreanimation, Vorerkrankungen, Alter, Zeugenstatus, initialer Herzrhythmus und Ort des Kollapses die Entlassungsrate signifikant beeinflussen. Mit zunehmender Hilfsfrist nahm der prozentuale Reanimationserfolg ab. So nahm etwa ohne Laienreanimation und mit zunehmender mittlerer Hilfsfrist von 1:10 auf 9:47 min die Entlassungsrate von 12,9 % auf 6,4 % ab. Zudem wurden zwölf schnellere (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamere Rettungsdienste (mit 7 865 Reanimationspatienten) identifiziert. In schnelleren Rettungsdiensten wurde eine Reanimation häufiger begonnen, die auf die Einwohneranzahl normierte Entlassungsrate mit guter neurologischer Erholung war höher (7,7 versus 5,6 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr; Odds Ratio [OR]: 0,72; 95-%-Konfidenzintervall: [0,66; 0,79]; p < 0,001).

Schlussfolgerung: In Rettungsdienstbereichen mit kurzer Hilfsfrist können mehr Patienten einen Herz-Kreislauf-Stillstand mit guter neurologischer Erholung überleben. Für die Hilfsfrist ergibt sich unabhängig von Laienreanimationsmaßnahmen ein signifikanter Einfluss auf die Überlebensraten. Bei der Ergebnisbewertung sind die Limitationen einer Registeranalyse zu beachten.

LNSLNS

Der außerklinische plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand gehört mit einer mittleren Inzidenz von 84 Ereignissen pro 100 000 Einwohner und Jahr (Spannweite 28–244) zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und Europa (1). Ungefähr die Hälfte der Patienten mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand stirbt ohne Reanimationsversuch, da entweder das Ereignis von niemandem beobachtet oder der Notfallort zu spät vom Rettungsdienst erreicht wird. Die Reanimationsinzidenz beträgt im Mittel 49 pro 100 000 Einwohner und Jahr (Spannweite 19–104) (16). Die Hilfsfrist ist eine wichtige Planungsgröße für den Rettungsdienst. Eine funktionierende schnelle Rettungskette beginnend mit einer Laienreanimation oder beim Leitstellendisponenten, der den Notruf entgegennimmt, bis hin zum Klinikteam, das den Patienten intensivmedizinisch behandelt, ist Voraussetzung für gute Langzeitergebnisse. Um die Behandlung von Reanimationspatienten zu verbessern und aktuelle Forschungsergebnisse zu integrieren, veröffentlicht das European Resuscitation Council regelhaft neue Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation (CPR, „cardiopulmonary resuscitation“) (711). Trotz Anwendung dieser Leitlinien und vergleichbarer Ausbildung und Ausstattung der Rettungsdienste weisen verschiedene Rettungsdienstbereiche Deutschlands deutliche Unterschiede in den Ergebnissen nach außerklinischer Reanimation auf (1214). Als umfassendes Instrument des Qualitätsmanagements wurde 2007 von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin das Deutsche Reanimationsregister gegründet, mit dem Ziel, den Behandlungserfolg zu messen und stetig zu verbessern (1517). Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das reanimationsfreie Intervall das Reanimationsergebnis beeinflusst (1822). Für die Hilfsfrist konnte bisher nachgewiesen werden, dass sie die CPR-Inzidenz sowie das Kurzzeit- und Langzeitüberleben beeinflusst (14, 18). Ziel unserer Studie war es, den Einfluss der Hilfsfrist auf die Überlebensraten und insbesondere auf die neurologische Erholung nach Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland zu untersuchen.

Methode

Grundlage dieser Kohortenstudie sind anonymisierte Patientendaten des Deutschen Reanimationsregisters im Zeitraum vom 1. 1. 2010 bis zum 31. 12. 2016. Eingeschlossen wurden alle prähospitalen Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand, unabhängig davon, ob die Reanimationsmaßnahmen von ausgebildetem Rettungsdienstfachpersonal oder von Ersthelfern begonnen wurden und insbesondere ohne Rücksicht auf den Erfolg der Maßnahmen. Die Datenerhebung des Deutschen Reanimationsregisters ist freiwillig und findet anonym statt. Die Dateneingabe erfolgt durch Notärzte oder Rettungsdienstmitarbeiter, die Datenfreigabe wird in der Regel von den Ärztlichen Leitern Rettungsdienst oder durch diese beauftragte Personen vorgenommen. Rettungsdienste mit weniger als 100 Reanimationsbehandlungen im Beobachtungszeitraum und weniger als zwölf Berichtsmonaten sowie Standorte mit unvollständiger Dokumentation der Weiterversorgung (Rücklaufquote nach Krankenhausaufnahme < 80 %) wurden ebenso ausgeschlossen wie Hubschrauberstandorte, weil für diese eine Hilfsfristbetrachtung nach Rettungsdienstgesetzen nicht vorgesehen ist. Weiterhin wurden im ersten Untersuchungsteil Patienten ausgeschlossen, bei denen der Rettungsdienst den Kollaps bezeugte, eine nichtkardiale Ursache vorlag oder Informationen zur Laienreanimation oder zum Zeitintervall „Alarm bis Eintreffen des 1. Fahrzeugs“ fehlten.

Die Zielgröße war der Erfolg der Reanimationsbehandlung durch den Rettungsdienst. Hierzu wurden die

  • Kreislaufwiederherstellungsrate (ROSC[„return of spontaneous circulation“]-Rate)
  • Klinikaufnahmerate
  • Entlassungsrate und
  • Entlassungsrate mit guter neurologischer Erholung (CPC [„cerebral performance categories“] 1 oder 2)

jeweils in Prozent der reanimierten Patienten berechnet. Im zweiten Teil der Untersuchung wurde in zwei Gruppen von schnelleren und langsameren Rettungsdiensten nicht nur der Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Überlebensraten, sondern auch die Anzahl der reanimierten und überlebenden Patienten pro 100 000 Einwohner und Jahr ermittelt (ausführliche Beschreibung im eMethodenteil).

Die Einflussvariable Hilfsfrist wurde gemessen als Zeitintervall „Alarm bis Eintreffen des ersten Fahrzeugs am Einsatzort“.

Der erste Teil der Untersuchung evaluiert den Einfluss von Hilfsfrist und Laienreanimation auf die abhängige Variable „Entlassung aus dem Krankenhaus“ mittels einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse. Folgende weiteren Einflussvariablen – basierend auf dem „ROSC after cardiac arrest score (RACA-Score)“ (23, 24) – wurden in die Analyse einbezogen: Alter, Geschlecht, Ort des Kreislaufstillstands, Ereignis beobachtet, erster EKG-Rhythmus sowie die Variable „pre emergency status“, die Informationen zu Vorerkrankungen enthält. Für die multivariaten logistischen Regressionsanalysen wurden kategorisierte Variablen gebildet: Hilfsfrist (0–2, 3–5, 6–8, 9–11, ≥ 12 min), Laienreanimation (ohne, mit und ohne telefonische Unterstützung), Alter (< 60, 60–69, 70–79 und ≥ 80 Jahre), Vorerkrankungen (unbekannt, ohne Vorerkrankung, Vorerkrankung ohne Beeinträchtigung, Vorerkrankung mit Beeinträchtigung und Vorerkrankung, die ein normales Leben unmöglich macht), defibrillierbarer Initialrhythmus (ja/nein), bezeugtes Ereignis (ja/nein), Ort des Ereignisses – Öffentlichkeit/Arztpraxis (ja/nein) sowie Geschlecht männlich (ja/nein).

Für Strukturanalysen anhand des Deutschen Reanimationsregisters besteht ein positives Votum der Ethikkommission der Universität zu Lübeck (Aktenzeichen 12–226).

Die Datenverarbeitung erfolgte mittels Excel 2017 Software (Microsoft Corporation, Redmond, WA, USA) sowie IBM SPSS Statistics (IBM, Armonk, NY, USA). Die multivariate logistische Regressionsanalyse wurde so ausgeführt, dass mögliche Einflussvariablen bei p < 0,05 eingeschlossen und bei p > 0,1 ausgeschlossen wurden. Für die eingeschlossenen Variablen wurden Regressionskoeffizienten, Odds Ratios und Konfidenzintervalle errechnet. Mit den ermittelten Regressionskoeffizienten wurde ein Vorhersagemodell für die personalisierte Entlassungswahrscheinlichkeit erstellt. Dieses Model wurde zur Simulation der Effekte einer Hilfsfristverkürzung oder Steigerung der Laienreanimationsquote auf die Anzahl der Überlebenden genutzt. Hierzu wurde in den jeweiligen Patientendatensätzen entweder die Hilfsfrist prozentual verkürzt oder die nicht durchgeführte Laienreanimation randomisiert als durchgeführt ersetzt. Die Hochrechnung für Deutschland basiert auf den berechneten oder simulierten Entlassungsraten, einer Reanimationsinzidenz von 66/100 000 Einwohner/Jahr (1) und einer Bevölkerung von 82,67 Millionen Einwohnern.

In den Tabellen sind Werte als Mittelwerte oder gewichtete Mittelwerte angegeben. Für Gruppenvergleiche wurden Odds Ratios und Konfidenzintervalle berechnet. Weitere statistische Analysen erfolgten mittels T-Tests, Chi-Quadrat-Tests und gegebenenfalls Bonferroni-Korrektur, statistische Signifikanz wurde für p < 0,05 angenommen.

Ergebnisse

Entsprechend der Einschluss- und Ausschlusskriterien konnten für den ersten Teil der Untersuchung 10 853 und für den zweiten Teil 17 534 Reanimationspatienten aus 25 Rettungsdienstbereichen eingeschlossen werden. Von diesen 17 534 Datensätzen wurden für die multivariate logistische Regressionsanalyse ausgeschlossen

  • 3 537 Patienten wegen nichtkardialer Ursache
  • 1 036 beobachtet vom Rettungsdienst (nicht hilfsfristrelevant)
  • 2 108 wegen fehlender Information zur individuellen Hilfsfrist.

Einfluss der Hilfsfrist auf den Reanimationserfolg

In den Rohdaten zeigte sich, dass mit zunehmender Hilfsfrist der prozentuale Reanimationserfolg abnahm (Tabelle). Die Entlassungsrate fiel von 22,0 auf 14,0 % ab, wenn der Patient Laienreanimation erhalten hatte und die mittlere Hilfsfrist von 1:04 auf 9:47 min anstieg (Odds Ratio [OR]: 1,73; 95-%-Konfidenzintervall: [1,26; 2,37]; p < 0,001). Wurde keine Laienreanimation durchgeführt, fiel die Entlassungsrate von 12,9 auf 6,4 % ab, wenn die mittlere Hilfsfrist von 1:10 auf 9:47 min anstieg (OR: 2,18 [1,53; 3,12]; p < 0,001).

Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation
Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation
Tabelle
Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation

Andererseits war in jeder Zeitgruppe der kurzfristige, aber auch langfristige Reanimationserfolg größer, wenn der Patient eine Laien-/Ersthelfer-Reanimation erhalten hatte. So wurden bei einer Hilfsfrist von 0–2 Minuten 18,4 % der Patienten mit guter neurologischer Erholung entlassen, wenn sie eine Reanimation durch Laien erhalten hatten und nur 10,2 %, wenn keine durchgeführt wurde (OR: 2,0 [1,41; 2,83]; p < 0,001). Verlängerte sich die mittlere Hilfsfrist auf 9:47 min, konnten mit Laien-Reanimation nur 10,4 % und ohne Laien-Reanimation gar nur 4,5 % der Patienten mit guter neurologischer Erholung entlassen werden (OR: 2,47 [1,64; 3,73]; p < 0,001).

Die Ergebnisse der multivariaten logistischen Regressionsanalyse sind in eTabelle 1 sowie den Grafiken 1 und 2 dargestellt. In einem 7-faktoriellen Modell beeinflussen Hilfsfrist, Laienreanimation aber auch Alter, Vorerkrankung, Kollapsort, Zeugenstatus und initialer Herzrhythmus die Wahrscheinlichkeit, nach Reanimation durch den Rettungsdienst lebend aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, signifikant. Das Geschlecht beeinflusst in diesem Modell die Entlassungsrate nicht. Das Modell erreicht nach Nagelkerkes R-Quadrat einen Wert von  0,296. eTabelle 1 zeigt für dieses Modell die entsprechenden Regressionskoeffizienten, Standardfehler und das Signifikanzniveau. In Grafik 2 sind Odds Ratio und Konfidenzintervall je Variable und Kategorie in einem Forest Plot zusammengestellt. In Grafik 1 sind die Entlassungsraten entsprechend der Rohdaten der 10 853 Patienten und durch das Regressionsmodell adjustiert dargestellt.

Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Grafik 1
Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“
Grafik 2
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“

In eGrafik 1 ist die Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells dargestellt. Für Deutschland bedeutet dies bei einer gemessenen Entlassungsrate von 13 % jährlich 7 091 überlebende Patienten. Bei einer Verkürzung der individuellen Hilfsfrist um 10 %, 20 % oder 30 % steigt die Anzahl der Überlebenden um 370, 515 oder 634 Patienten jährlich. Gelänge es, die Laienreanimationsquote um 20 oder 40 Prozentpunkte auf 47 % oder 67 % zu steigern, könnten 245 oder 426 Patienten jährlich zusätzlich gerettet werden. Entsprechend der Simulation einer 20-%-igen Verkürzung der Hilfsfrist kombiniert mit einer Steigerung der Laienreanimationsquote auf 47 % könnten in Deutschland jährlich sogar 771 Patienten mehr und insgesamt 7 862 Patienten durch den Rettungsdienst nach plötzlichem Kreislaufstillstand und Reanimation gerettet werden.

Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells
Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells
eGrafik 1
Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells

Einfluss der Hilfsfrist auf der Rettungsdienstebene

In den zwölf schnelleren (n = 9 669) und 13 langsameren Rettungsdiensten (n = 7 865) wurden 85,8 % versus 67,9 % der Patienten innerhalb von acht Minuten vom ersten Fahrzeug erreicht. Langsamere Rettungsdienste begannen signifikant seltener mit Reanimationsmaßnahmen, das heißt mit einer Inzidenz von 59,3 gegenüber 70,3 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr (OR = 0,84 [0,82; 0,87]; p < 0,001) (eGrafik 2).

Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Kasten
Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste
eGrafik 2
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste

Einfluss der Hilfsfrist auf den Reanimationserfolg

Der kurzfristige Reanimationserfolg ist in schnelleren Rettungsdiensten größer (eTabelle 2):

  • Inzidenz Kreislaufwiederherstellung (ROSC) jemals: 26,7 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr (langsamere Rettungsdienste) versus 32,9 (OR: 0,81 [0,78; 0,85]; p < 0,001)
  • Inzidenz Klinikaufnahme: 22,6 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr (langsamere Rettungsdienste) versus 27,9 (OR: 0,81 [0,77; 0,85]; p < 0,001).

In schnelleren Rettungsdiensten zeigen mehr Patienten ein gutes Langzeitergebnis:

  • Inzidenz lebend entlassen: 7,3 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr (langsamere Rettungsdienste) versus 9,7 (OR: 0,75 [0,69; 0,82]; p < 0,001)
  • Inzidenz Entlassung mit guter neurologischer Erholung (CPC 1/2): 5,6 Patienten/100 000 Einwohner/Jahr (langsamere Rettungsdienste) versus 7,7 (OR: 0,72 [0,66; 0,79]; p < 0,001).

Diskussion

Die Ergebnisse der multivariaten logistischen Regressionsanalyse zeigen, dass Hilfsfrist und Laienreanimation neben Alter, Vorerkrankung, Zeugenstatus, Kollapsort und initialem Herzrhythmus das Überleben nach plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand signifikant beeinflussen. In der Simulation konnte gezeigt werden, dass sowohl eine Verkürzung der Hilfsfrist als auch eine Steigerung der Laienreanimationsquote die Zahl der überlebenden Patienten relevant erhöhen könnten. Die Kategorisierung der Einflussvariable Hilfsfrist hat den Vorteil, dass auch nichtlineare Zusammenhänge gut modellierbar sind. Bei der Betrachtung als stetige Variable errechnet man dagegen einen Effekt „pro Minute“. In weiteren logistischen Regressionsanalysen war der Einfluss der Hilfsfrist – auch als stetige Variable – auf die Entlassungswahrscheinlichkeit wie auch auf eine gute neurologische Erholung aber gleichermaßen gegeben; es zeigte sich eine Abnahme der Überlebenswahrscheinlichkeit um 5 % pro Minute Verlängerung der Hilfsfrist (eTabellen 4a und 4b).

Im zweiten Teil der Studie konnte zusätzlich gezeigt werden, dass schnellere Rettungsdienste – normiert auf die Einwohneranzahl – mehr Patienten reanimieren und dass mehr Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand mit guter neurologischer Erholung das Krankenhaus verlassen. Dies ist umso bemerkenswerter, als sich in schnelleren und langsameren Rettungsdiensten die Wiederbelebungschancen nicht unterschieden und die medizinische Versorgungsqualität vergleichbar war.

Eine kürzere Hilfsfrist bedingt individuell und als Planungsgröße aller Wahrscheinlichkeit deswegen höhere Überlebensraten, weil bei kürzerer Hilfsfrist geschultes Rettungsdienstfachpersonal früher optimierte Thoraxkompressionen ausführt, die Oxygenierung früher mittels Atemwegssicherung, O2-Gabe und Beatmung sicherstellt und früher Vasopressoren verabreicht. Zudem werden bei kürzerer Hilfsfrist mehr Patienten in einem defibrillierbaren Rhythmus angetroffen und es wird früher defibrilliert (21, 2729). Zusammengefasst führen diese Maßnahmen zu einer besseren Sauerstoffversorgung von Herz und Gehirn, einer früheren Defibrillation und somit zu besseren Reanimationsergebnissen.

Übereinstimmend zeigt eine aktuelle Untersuchung aus dem dänischen Reanimationsregister, dass mit zunehmender Hilfsfrist die 30-Tage-Überlebensrate vergleichbar rasch sinkt wie in unserer Untersuchung die Entlassungsrate (18). Bei Hilfsfristen von weniger als fünf Minuten ergibt sich in beiden Studien eine Verdoppelung der Überlebenschance durch die Laienreanimation (OR: 1,8–2,4). Im Unterschied zu unseren Daten konnte die dänische Studie zeigen, dass ab einer Hilfsfrist von 13 Minuten eine Laienreanimation keinen signifikanten Vorteil mehr hatte. Für Dänemark mit circa 5,75 Millionen Einwohnern konnte simuliert werden, dass durch eine Verkürzung der mittleren Hilfsfrist von sieben auf fünf Minuten 119 Menschenleben oder 2,1 Leben/100 000 Einwohner/Jahr gerettet werden können. Dies ist höher als in unserer Simulation und vergleichbar mit den von uns auf Rettungsdienstebene erhobenen Daten, die eine Steigerung um 2,4 lebend entlassene Patienten/100 000 Einwohner/Jahr in schnelleren Rettungsdiensten zeigten.

Die Ergebnisse beider Studien verdeutlichen, dass eine kurze Hilfsfrist überlebenswichtig ist und weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, sowohl die Hilfsfrist als auch das reanimationsfreie Intervall zu verkürzen (3032). Im Weißbuch Reanimationsversorgung des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC, German Resuscitation Council) wird einheitlich für Deutschland für die Hilfsfrist ein Erreichungsgrad von 85 % innerhalb von acht Minuten gefordert (33). Bislang existieren in Deutschland aufgrund unterschiedlicher Gesetzgebungen der Länder 16 Regelungen der Hilfsfrist, deren Bedeutung und Einfluss kaum wissenschaftlich untersucht sind. Eine Verkürzung der Hilfsfrist ist erforderlich und auch umsetzbar durch Erhöhung der Rettungsmittelvorhaltung und durch Optimierung der Logistik (zum Beispiel durch Standortoptimierung oder eine „umfassende-Nächste-Fahrzeug-Strategie“).

Die große Bedeutung der Laienreanimation konnte dargestellt werden. Daraus folgt, dass Rate und Qualität der Laienreanimation verbessert werden müssen. Rettungsdienste sind aufgefordert, die Telefonreanimation flächendeckend umzusetzen (7, 34, 35). Zudem können Rettungsdienste neue Systeme einführen, die zuvor registrierte und geschulte Laien anhand von Smartphone-Ortungsdaten gezielt zu CPR-Patienten führen (36, 37). Eine Wiederbelebung durch Laien muss eine Selbstverständlichkeit werden. Sie sollte daher bereits im Schulalter trainiert werden (11). Da sich ein Herz-Kreislauf-Stillstand häufiger im häuslichen Umfeld älterer Menschen ereignet, müssen alle Altersgruppen für Laienreanimationsmaßnahmen aktiviert werden. Initiativen wie die „Woche der Wiederbelebung“ sollen noch mehr Menschen dazu ermutigen, im Ernstfall Leben zu retten (38).

Die Untersuchung zeigt eindrücklich den positiven Einfluss einer kürzeren Hilfsfrist und der Laienreanimation auf das Überleben nach plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand und Reanimation. Gemeinsam sollten weitere Anstrengungen unternommen werden, Kenntnisse zur Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Bevölkerung umfassend zu verbreiten und die Hilfsfrist den medizinischen Notwendigkeiten entsprechend zu optimieren.

Limitationen

Bei der Ergebnisbewertung müssen Limitationen beachtet werden. Das Deutsche Reanimationsregister arbeitet auf freiwilliger Basis, weshalb aktuell 134 von 241 Rettungsdiensten in Deutschland Daten in das Register eingeben. Weiterversorgungsdaten aus der Krankenhausbehandlung zur Beurteilung der Langzeitergebnisse können aktuell nur 41 Rettungsdienste liefern, zum Teil wegen datenschutzrechtlicher Auflagen. Aus diesen Gründen ist die Repräsentativität eingeschränkt. Dem Teilnehmer obliegt die Sicherung der Datenqualität; diese kann nach Dateneingabe nicht mehr überprüft werden, da die Daten anonymisiert an das Register übertragen werden. Das Reanimationsergebnis wird unter anderem von der Qualität der Thoraxkompressionen (Frequenz, Tiefe, Pausen) beeinflusst; hierzu erhebt das Reanimationsregister keine Daten. Insofern ist es möglich, dass Variablen und Confounder, die nicht erfasst wurden, das Ergebnis hätten beeinflussen können.

Interessenkonflikt
Dr. Wnent, Dr. Bohn, Prof. Jantzen, Frau Brenner, Prof. Gräsner,
Dr. Seewald und Prof. Fischer sind Mitglieder des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 30. 12. 2017, revidierte Fassung angenommen: 22. 5. 2018

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Matthias Fischer
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin,
Notfallmedizin und Schmerztherapie
Klinik am Eichert der ALB FILS Kliniken
Eichertstraße 3
73035 Göppingen
Matthias.Fischer@af-k.de

Zitierweise
Bürger A, Wnent J, Bohn A, Jantzen T, Brenner S, Lefering R, Seewald S, Gräsner JT, Fischer M: The effect of ambulance response time on survival following out-of-hospital cardiac arrest—an analysis from the German resuscitation registry. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 541–8. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0541

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen, eGrafiken:
www.aerzteblatt.de/18m0541 oder über QR-Code

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* Die beiden Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und
Schmerztherapie, Klinik am Eichert der ALB FILS Kliniken, Göppingen:
Andreas Bürger, Prof. Dr. med. Matthias Fischer
Institut für Rettungs- und Notfallmedizin und Klinik für Anästhesiologie und
operative Intensivmedizin Campus Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein:
Dr. med. Jan Wnent, Dr. med. Stephan Seewald, Prof. Dr. med. Jan-Thorsten Gräsner
Stadt Münster, Feuerwehr, Ärztliche Leitung Rettungsdienst:
PD Dr. med. Andreas Bohn
Intensivtransport Mecklenburg-Vorpommern, DRK Parchim:
Prof. Dr. med. Tanja Jantzen
Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden:
Sigrid Brenner
Institut für Forschung in der Operativen Medizin,
Abteilung Statistik und Registerforschung, Universität Witten/Herdecke, Köln:
Prof. Dr. rer. medic. Rolf Lefering
Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Grafik 1
Einfluss der Hilfsfrist auf die prozentualen Entlassungsraten von Reanimationspatienten im Rettungsdienst (N = 10 853) in Abhängigkeit einer von Laien durchgeführten kardiopulmonalen Reanimation
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“
Grafik 2
Multivariate logistische Regressionsanalyse mit der binären Zielgröße „Entlassung nach prähospitaler Reanimation“
Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Kasten
Daten und Fakten zum Deutschen Reanimationsregister
Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation
Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation
Tabelle
Einfluss von Hilfsfrist und Laien-CPR auf die prozentualen Überlebensraten nach prähospitaler Reanimation
Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells
Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells
eGrafik 1
Zahl der jährlich überlebenden Patienten nach Reanimation durch den Rettungsdienst als Hochrechnung und Simulation auf der Grundlage des logistischen Regressionsmodells
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste
eGrafik 2
Einfluss der Hilfsfrist auf Rettungsdienstebene auf die CPR-Inzidenz und den Reanimationserfolg im Vergleich zwölf schneller (mit 9 669 Reanimationspatienten) und 13 langsamer (mit 7 865 Reanimationspatienten) Rettungsdienste
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