ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2018B-Streptokokken: Nutzen von Screening bei Schwangeren unklar

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B-Streptokokken: Nutzen von Screening bei Schwangeren unklar

Dtsch Arztebl 2018; 115(33-34): A-1458

Hillienhof, Arne

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Schwangere müssen den Test auf B-Streptokokken derzeit häufig selbst bezahlen. Regelleistung ist er nur in speziellen Fällen. Foto: FatCamera/iStockphoto
Schwangere müssen den Test auf B-Streptokokken derzeit häufig selbst bezahlen. Regelleistung ist er nur in speziellen Fällen. Foto: FatCamera/iStockphoto

Die Studienlage, ob alle Schwangeren auf B-Streptokokken getestet werden sollten, ist wenig aussagekräftig. Der mögliche Zusatznutzen eines Screenings bleibt unklar. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorbericht. Die Wissenschaftler suchten nach Studien, die die Teststrategie mit der bisherigen Risikostrategie verglichen. Allerdings identifizierte das Institut keine Untersuchung, die belastbare Ergebnisse hätte liefern können. Eine größere Kohortenstudie aus dem Jahr 2002 bezogen die Wissenschaftler nicht ein, weil sie laut Institut gravierende methodische Mängel aufweist. Im Augenblick erhalten Schwangere mit bestimmten Risikofaktoren entsprechend der Risikostrategie kurz vor der Geburt Antibiotika, beispielsweise, wenn Fieber vorliegt, wenn eine Frühgeburt droht oder wenn sich der Geburtsvorgang stark verzögert. Allerdings ist auch ein Test auf dem Markt, den man allen Schwangeren anbieten könnte (Teststrategie). Damit könnte man auch Schwangere finden, die keinen Risikofaktor, aber dennoch B-Streptokokken aufweisen. Die Leitlinie der deutschen Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt einen solchen B-Streptokokken-Test generell gegen Ende der Schwangerschaft.

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