ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2018Praxisverwaltungssysteme: Flut an Datenmüll
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Hinterfragt eigentlich irgendjemand
mal den Sinn einer ePA unter den Bedingungen des deutschen Kassenarztwesens?

Eine ePA ist nur sinnvoll bei intensiver Datenpflege. Wer soll die denn leisten? Vielleicht die gerade aussterbende Hausarzt-Species mit 100 Patientenkontakten pro Tag? In Schweden funktioniert das doch, hört man dann. Nur hat der schwedische Hausarzt einen Bruchteil der hiesigen Patientenkontakte, freie Tage für Fortbildung und Qualitätskontrolle, keine Personalführung. Er ist angestellt einzig als Arzt, hat keine Abrechnung und viel weniger Bürokratie. Im deutschen Kassenarztbetrieb kann sich nur eine Flut an Datenmüll ansammeln, die wohl für externe Datengreifer reizvoll ist, aber nicht für eine effiziente Patientenbehandlung mit verfügbaren wichtigen Infos. Dafür braucht man nämlich nur drei Zettelchen: einen mit den wichtigen Grunderkrankungen, Allergien und sonstigen Hinweisen, einen mit einem Medikamentenplan und einen mit dem Impfstatus. Sinnvoll wäre dann noch ein Klarsichtmäppchen und fertig ist der relevante Datenpool des Patienten, über den er Verfügungsgewalt hat und der aber auch im Notfall sogar ohne Strom und Netz zugängig ist.

Ist nicht so spektakulär, bietet der IT-Lobby nicht die gewünschten $-Zeichen für die Augen, wäre aber selbst hierzulande realisierbar und auch für den technikfernen Rentner greifbar, denn der hat die Daten nötiger als der Smartphone-Juppie.

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Volker Heubaum, Allgemeinmediziner, 49835 Wietmarschen

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