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Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2018; 115(33-34): A-1490

EB; GS; ml; Ka; DJB

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Kurz informiert

Spinraza® cave Hydrozephalus – Nusinersen (Spinraza, Biogen) wird zur Behandlung der 5q-assoziierten spinalen Muskelatrophie (SMA) angewendet. Bei mit Nusinersen behandelten Patienten, einschließlich Kindern, wurde über das Auftreten eines kommunizierenden Hydrozephalus berichtet, der nicht mit einer Meningitis oder einer Blutung in Zusammenhang steht. Einigen Betroffenen wurde zur Behandlung ein ventrikulo-peritonealer Shunt (VPS) implantiert. Patienten/Betreuer sollten vor Therapiebeginn über Anzeichen für einen Hydrozephalus informiert werden und bei folgenden Symptomen einen Arzt aufsuchen: anhaltendes Erbrechen oder Kopfschmerzen, unerklärliche Bewusstseinsstörungen und bei Kindern eine Zunahme des Kopfumfangs. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen
Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 41–2018.

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Chemotherapie-freie CLL-Erstlinienbehandlung – Seit der Zulassung des Brutonkinase-Inhibitors Ibrutinib (Imbruvica®, Janssen-Cilag) zur Erstlinientherapie der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) besteht erstmals die Möglichkeit, primär therapienaive Patienten ohne Chemotherapie zu behandeln. Ibrutinib wurde in der Phase-III-Studie RESONATE-2 bei 269 nicht vorbehandelten CLL-Patienten randomisiert mit Chlorambucil verglichen. Ibrutinib zeigte eine deutliche Überlegenheit, die sich nach Angabe von Prof. Dr. Martin Trepel, Klinikum Augsburg, in der aktuellen Studienauswertung mit einer Verbesserung der progressionsfreien Überlebensrate auf 74 % vs. 16 % nach 4 Jahren Follow-up bestätigte (Burger JA et al. EHA 2018, Abstract PF343).

Im indirekten Vergleich mit Chemoimmuntherapien (CIT) wie Fludarabin/Cyclophosphamid/Rituximab (FCR) wartet Ibrutinib „mit besonders guten Effektivitätsdaten auf“, resümierte Trepel. Für eine Erstlinientherapie mit Ibrutinib spricht auch die Wirksamkeit bei Patienten mit 17p-Deletion oder unmutiertem IGVH (immunglobulin heavy-chain variable region gene), die unter CIT eine sehr schlechte Prognose haben, sowie die gute Verträglichkeit bei der großen Mehrzahl der Patienten. gs

Chemotherapie-freie Erstlinienbehandlung der Chronischen Lymphatischen Leukämie?
Veranstalter: Janssen-Cilag.

Gutes Nutzen-Risiko-Profil von
Tysabri® – Bei hochaktiver schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) ist im Verlauf oft eine Therapieumstellung erforderlich. Tysabri (Natalizumab, Biogen) bietet eine rasche Reversibilität des Wirkmechanismus binnen circa 16 Wochen und damit Vorteile in puncto Therapiesteuerung. Bei Anwendung des aktuellen Risikoalgorithmus der Europäischen Arzneimittelagentur für die Entwicklung einer Progressiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML), der auf dem John-Cunningham-Virus (JCV)-Antikörperstatus basiert, ist dieses Risiko unter Natalizumab bei engmaschiger Magnetresonanztomografie-Überwachung und JCV-Status-Kontrolle alle 3–6 Monate in der Regel gut beherrschbar.

Die Langzeiteffektivität von Natalizumab ist gerade als Ersttherapie gut, wie Daten der TOP-Studie bestätigen. RRMS-Patienten mit Beeinträchtigung in mindestens einem funktionellen System (FS) und einer über mehr als 24 Wochen anhaltenden Verbesserung in mindestens einem FS, hatten nach 8,5 Jahren eine kumulative Wahrscheinlichkeit für die Verbesserung in einem FS von 95 %. Die Wahrscheinlichkeit für eine anhaltende Verbesserung unter dem Ausgangswert in einem FS betrug kumulativ > 50 % nach drei und > 25 % nach 8,5 Jahren. ml

Praxistalk – 12 Jahre Tysabri: Kontrolle der Krankheitsaktivität und patientenindividuelles Monitoring mittels MRT, Veranstalter: Biogen.

Neue Zulassung von Perjeta® in der Adjuvanz – Perjeta (Pertuzumab, Roche) ist in Kombination mit Herceptin® (Trastuzumab) und einer Chemotherapie für die Behandlung von Patientinnen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko zugelassen. Hintergrund sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie APHINITY, in der Patientinnen mit positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezep-tor-(HR)-Status besonders stark von der doppelten Antikörper-Blockade profitierten. Die zusätzliche Gabe von Pertuzumab zur bisherigen adjuvanten Standardtherapie führte in diesen Kollektiven zu einer weiteren Reduktion des Rezidivrisikos um etwa ein Viertel: Die 4-Jahres-Rate des krankheitsfreien Überlebens (iDFS) wurde bei nodalpositiven Patientinnen von 86,7 % im Kontrollarm auf 89,9 % im Pertuzumab-Arm gesteigert (HR 0,77; p = 0,0188). In der Subgruppe von Patientinnen mit HR-negativem Brustkrebs stieg die 4-Jahres-Rate um absolut 2,3 % (88,7 % vs. 91,0 %; HR 0,76; p = 0,0847). ka

Die HER2-positive Patientin im Fokus: Wie kann die Behandlung noch optimiert werden? Veranstalter: Roche.

Infomaterial zum Start in die Insulintherapie – Werden Diabetiker insulinpflichtig, stellt die Umstellung von oralen Antidiabetika auf Spritzen meist eine große Hürde dar. Von der sensiblen Phase des Therapiebeginns hängt jedoch ab, ob Patienten langfristig adhärent sind und der Glukosestoffwechsel gut eingestellt werden kann. Die Ärze sind gefordert, in einem konstruktiven Patientengespräch die Barrieren gegen eine Insulintherapie zu überwinden.

Bei Verordnung des Insulin-Biosimilars Abasaglar® (Boehringer Ingelheim/Lilly, einem analogen Basalinsulin für die tägliche Anwendung (Referenz Insulin glargin), erhält der Patient begleitend umfangreiches Informationsmaterial, das ihm den Einstieg in die Insulintherapie erleichtern soll. Gleichzeitig erhält der Arzt einen Leitfaden mit praktischen Tipps für eine optimierte Betreuung (www.abasaglar.de/broschueren). DJB

Start der Insulintherapie: Emotionen von Patienten bewältigen – Erfolgschancen erhöhen, Veranstalter: Boehringer Ingelheim/Lilly.

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