ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2018Mammografie: Objektivieren und aufklären
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In einer vor 15 Jahren betreuten Dissertation am Klinikum Ulm (Alexandra Steinbacher: „Mammographie-Beurteilbarkeit mit Bezug zu gynäkologischen Anamnesedaten“, Ulm 2004) wurden 837 Frauen mit Mammografie erfasst. Die Mammografiedichte, mit dem Spektrum von schwarz bis weiß, wurde computergesteuert in vier Spektralfarben umgewandelt (unter Berücksichtigung von KV- und mAs-Werten): 1. blau = Fett/kein Parenchym, problemlose Auswertung; 2. grün- gelb = mäßige Dichte; 3. orange = mittlere Dichte, mögliche diagnostische Unsicherheiten; 4. rot = ausgeprägte Dichte mit großer Unsicherheit. Diese Farbflächen wurden in Relation (in %) zur abgebildeten Brustfläche (= 100%) gesetzt.

Rot-Flächen fanden sich bei 10 %. Das war unabhängig vom Lebensalter, hatte aber Bezug zu Faktoren mit hormonellem Einfluss auf den Drüsenkörper. Das war zugleich eine gewisse Validierung der vier Spektralfarben mit klinisch einfach erfahrbaren Daten und deren Bezug zum Brustkrebsrisiko.

Bei Frauen mit Zigarettenkonsum kamen altersunabhängig häufiger Rot-Flächen vor als bei Nichtraucherinnen mit 16 % zu 9 %. Erwartungsgemäß waren Rot-Flächen bei BMI über 30 seltener als bei BMI bis 25 mit 6 % zu 13 %. Bei früher Menarche bis 12 Jahren waren Rotflächen deutlich häufiger als bei Menarchen über 16 Jahren mit 13 % zu 5 %. Letztere haben häufiger reduzierte Fertilität. Frauen ohne Geburten hatten häufiger Rot-Flächen als jene mit drei und mehr Kindern mit 17 % zu 5 %.

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Mit obigen Anamnesedaten, vor allem jenen, die auf eine lange fertile Phase hinweisen, wurde eine Vorhersage hoher Brustdichte und nötiger Ergänzungssonografie möglich.

Fazit: Die in der Pilotstudie angewandte Farbmammografie kann diagnostische Unsicherheit objektivieren, die individuell Frauen mitzuteilen ist.

Prof. Dr. med. J. M. Wenderlein, 89075 Ulm

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