ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1996Alkoholika: Schnaps light
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LNSLNS Auch die Schnapsbrenner haben ihren Verband, den Bundesverband der Deutschen Spirituosen-
Industrie. Dessen Präsident heißt Harald Eckes-Chantré; er löst Nicolaus Schladerer-Ulmann ab. Wem steigt da nicht der Duft edler Weinbrände und gepflegter Obstschnäpse in die Nase?
Der Verband hat gerade seine Jahresbilanz 1995 veröffentlicht. Er ist alles in allem recht zufrieden. Der Markt habe sich wieder stabilisiert. Im zweiten Halbjahr 1995 sei gar eine "klare Trendwende" zu verzeichnen. Was jenem Verband als positiv erscheint, wird Gesundheitspolitikern und Ärzten weniger erfreulich klingen. Insgesamt wurden 1995 nämlich 787 Millionen Flaschen in Deutschland abgesetzt, wohlverstanden: Spirituosen (vulgo: Schnaps); Bier und Wein sind da nicht mitgezählt.
Eine klare Trendwende gibt es auch auf dem bisher so gespaltenen innerdeutschen Markt. In Westdeutschland werden nach wie vor pro Kopf und Jahr 6 Liter an Alkoholika getrunken – in Ostdeutschland 9 Liter. Das ist immerhin ein Fortschritt gegenüber früheren Jahren: 1993 etwa wurden im Osten noch 12 Liter konsumiert. Da sage noch einer, die Lebensverhältnisse der Deutschen näherten sich nicht einander an.
Und eine dritte Trendwende: Mit einer Zuwachsrate von 30 Prozent warten die "niedriggrädigen sogenannten Softspirituosen" auf. Wahrlich ein letzter Ausläufer der Gesundheitswelle – der Griff zum Schnaps light. NJ
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