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Vielen Dank für den wichtigen Diskussionspunkt, den Herr Prof. Kratz in seinem Schreiben hervorhebt. Aus Sicht der Autoren wie auch der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) sowie der geriatrischen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V., Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V., Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie und die Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie) wird diese Risikokonstellation in Notaufnahmen ebenfalls fokussiert und Handlungsbedarf gefordert (1). Im Rahmen einer Studienarbeit der DGINA zu Qualitätsindikatoren für geriatrische Notfallpatienten (GeriQ) wurde neben anderen Indikatoren vor allem gefordert, dass ein Delirscreening und eine strukturierte Arzneimittelanalyse für die oben genannte vulnerable Patientengruppe bereits in der Notaufnahme fest etabliert wird (1).

In einer Arbeit von Meier et al. konnte gezeigt werden, dass Psychopharmaka ein besonderes Risiko darstellen und häufig zu Nebenwirkungsbedingten Notaufnahmen führen (2). Wie von Herrn Kratz erwähnt werden zum Beispiel Verwirrtheitszustände aber auch allgemeine Zustandsverschlechterungen, Elektrolytstörungen und Blutungskomplikationen darunter beobachtet (2). Auch die Daten der Datenbank zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte innerhalb des Spontanmeldesystems zeigen dies (3). Die Maßnahmen und Aufklärungsarbeit, die von Herrn Kratz in seiner Publikation beschrieben werden, und die Forderung von der Arbeitsgruppe GeriQ und dem genannten Positionspapier der geriatrischen Fachgesellschaften können aus Sicht unserer Autorengruppe nur dringendst unterstützt werden. Um diese Risikokonstellation genauer zu untersuchen, wurde für die laufende Fallsammlung in der Studie ADRED (Studie zur Ursachenanalyse unerwünschter Arzneimittelwirkungen) eine Zustimmung der Ethikkommission erteilt, auch schwere Verdachtsfälle aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei Patienten zu dokumentieren, die nicht einwilligungsfähig sind, wie es bei kognitiv eingeschränkten Patienten mit Delir oder Verwirrtheitszuständen ja der Fall ist. Allerdings müssen die Daten anonymisiert werden und es darf kein Biomaterial eingeholt werden in diesen Fällen.

Für die Autoren
Prof. Dr. med. Julia C. Stingl
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn
julia.stingl@bfarm.de

Prof. Dr. med. Harald Dormann
Zentrale Notaufnahme, Klinikum Fürth,
Sprecher des Boards Patientenversorgung & Wissenschaft
der DGINA

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Single K, Dormann H, Dodt C, et al.: The geriatric patient in the emergency room. Notf Rett Med 2016; 19: 496–9.
2.
Meier F, Maas R, Sonst A, et al.: Adverse drug events in patients admitted to an emergency department: an analysis of direct costs. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2015; 24: 176–86 CrossRef MEDLINE
3.
Dubrall D, Schmid M, Alešik E, Paeschke N, Stingl J, Sachs B: Frequent adverse drug reactions, and medication groups under suspicion—a descriptive analysis based on spontaneous reports to the German Federal Institute for Drugs and Medical Devices from 1978–2016. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 393–400 VOLLTEXT
4.
Schurig AM, Böhme M, Just KS, et al.: Adverse drug reactions (ADR) and emergencies—the prevalence of suspected ADR in four emergency departments in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 251–8 VOLLTEXT
1. Single K, Dormann H, Dodt C, et al.: The geriatric patient in the emergency room. Notf Rett Med 2016; 19: 496–9.
2. Meier F, Maas R, Sonst A, et al.: Adverse drug events in patients admitted to an emergency department: an analysis of direct costs. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2015; 24: 176–86 CrossRef MEDLINE
3. Dubrall D, Schmid M, Alešik E, Paeschke N, Stingl J, Sachs B: Frequent adverse drug reactions, and medication groups under suspicion—a descriptive analysis based on spontaneous reports to the German Federal Institute for Drugs and Medical Devices from 1978–2016. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 393–400 VOLLTEXT
4.Schurig AM, Böhme M, Just KS, et al.: Adverse drug reactions (ADR) and emergencies—the prevalence of suspected ADR in four emergency departments in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 251–8 VOLLTEXT

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