ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2018Schlaganfallprophylaxe: Fachärzte empfehlen Verschluss eines offenen Foramen ovale

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Schlaganfallprophylaxe: Fachärzte empfehlen Verschluss eines offenen Foramen ovale

Dtsch Arztebl 2018; 115(35-36): A-1559

Hillienhof, Arne

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Die Verbindung zwischen den Herzhöfen wird mithilfe eines Okkluders verschlossen. Foto: picture alliance
Die Verbindung zwischen den Herzhöfen wird mithilfe eines Okkluders verschlossen. Foto: picture alliance

Einen Eingriff zum Verschluss eines offenen Foramen ovale zur Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zusammen mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in einer neuen Leitlinie.

Das Foramen ovale ist eine physiologische Verbindung zwischen dem rechten und linken Herzvorhof in der vorgeburtlichen Entwicklung. Üblicherweise verschließt es sich in den ersten Lebenstagen oder -wochen. Bei rund 25 Prozent aller Menschen schließt sich diese Verbindung zwischen den Herzvorhöfen nachgeburtlich aber nicht vollständig.

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Das weiter bestehende Foramen ovale zählt bei jüngeren Menschen ohne sonstige Ursachen zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Diese Insulte, denen per Definition keine eindeutige sonstige Ursache zugewiesen werden kann, machen laut DGN etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle aus.

In Studien wurde mehrfach versucht, im Rahmen einer Intervention mit einem von der Leiste vorgeschobenen Katheter den Durchgang zwischen den beiden Herzvorhöfen mittels eines schirmchenförmigen Verschlusses („Okkluder“) zu versiegeln. Drei ältere Studien hatten laut den Fachgesellschaften jedoch keinen klaren Vorteil dieser Methode zur Schlaganfallvorbeugung gezeigt. Die Wende wurde erst durch vier weitere Studien eingeleitet. Sie hätten gezeigt, dass der Verschluss des fortbestehenden Foramen ovale die Rate von erneuten Schlaganfällen signifikant senken könne.

Die Leitlinie formuliere nach Jahren der Unsicherheit für Neurologen und Kardiologen klare Behandlungsempfehlungen bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall, heißt es vonseiten der DGK. hil

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