ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2018Randnotiz: Volksleiden WhatsAppitis

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Randnotiz: Volksleiden WhatsAppitis

PP 17, Ausgabe September 2018, Seite 389

Gießelmann, Kathrin

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Das Smartphone hat der Welt eine weitere „orthopädische“ Zivilisationskrankheit beschwert, verkündete kürzlich das Universitätsklinikum Leipzig: Handy-Daumen oder auch WhatsAppitis nennt sich das Syndrom, das einer Reihe anderer Handyleiden folgt: Da wären der Handynacken, der Handyellbogen, die No-Mobile-Phone-Phobia (Nomophobie), die Smartphone-Akne oder auch die iPhone-Schulter. Das Potenzial des Smarthones als Krankheitsverursacher scheint fast unerschöpflich und bedarf der Expertise eines Facharztes. Das äußerst komplexe Problem beim Handy-Daumen erklärt daher der Handchirurg Prof. Dr. med. Stefan Langer: „Die fortgesetzte Daumenbewegung in Richtung kleiner Finger strengt an und führt zu Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk“, so die Diagnose des Facharztes. Das einhändige Bedienen des Smartphones ist folglich zu viel für unsere Daumen. Für dauerhafte Dehn- oder Abspreiz-Bewegung ist der menschliche Daumen nicht ausgelegt. Besser man nimmt beide Daumen gleichzeitig, um das Display von zwei Seiten zu bearbeiten, rät eine Ergotherapeutin. Das spart Strecke – vor allem auf großen Displays. Langer warnt zudem vor Übertherapie. Die manuellen Therapiemöglichkeiten müssen nicht gleich durchdekliniert werden. Ruhe reicht manchmal schon aus oder auch ein Smartphone-Verbot. Ebenso besorgniserregend wie die Übertherapie sollte die rasante Zunahme an neuen Handyleiden sein. Noch nicht auf der Liste, aber ein nicht minder alltägliches Problem: der Handy-Auflauf-Unfall – wenn Leute unvermittelt stehen bleiben, um ihr Smartphone zu checken.

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