ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2018Internetabhängigkeit: Online-Ambulanz wird zunehmend genutzt

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Internetabhängigkeit: Online-Ambulanz wird zunehmend genutzt

PP 17, Ausgabe September 2018, Seite 389

Hillienhof, Arne; afp

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Besonders bei Online-Rollenspielen entsteht ein hoher sozialer Druck. immer weiter zu spielen. Foto: Phoompanya/stock.adobe.com
Besonders bei Online-Rollenspielen entsteht ein hoher sozialer Druck. immer weiter zu spielen. Foto: Phoompanya/stock.adobe.com

Rund 27 000 Menschen haben in den vergangenen zwei Jahren den Selbsttest des Online-Ambulanz-Services für Internetsüchtige (OASIS) genutzt, um herauszufinden, ob ihre Internetnutzung pathologische Züge hat. Das berichtete die Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum. OASIS wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und soll deutschlandweit die Versorgung von Internet- und Computerspielsüchtigen verbessern helfen. Unter www.onlinesucht-ambulanz.de können sich Interessierte seit September 2016 einem Selbsttest unterziehen und erhalten direkt Rückmeldung, ob möglicherweise eine Internetabhängigkeit besteht.

Jan Dieris-Hirche, seit Anfang des Jahres neuer Leiter der Medienambulanz in Bochum, begrüßt die intensive Nutzung des Angebots. Dies bestätigte, „dass das Thema unsere Gesellschaft erreicht hat und auch in Zukunft weiter beschäftigen wird“, sagte er. Der Psychologe Hans-Jürgen Rumpf von der Universitätsklinik Lübeck kritisierte, dass die Spielebranche Mechanismen einsetzt, die Menschen süchtig machen können. „Sie setzen auf schnelle Gewinne am Anfang, die im Laufe des Spiels aber immer schwerer erreichbar werden“, erklärte er. Besonders gefährlich seien Spiele, in denen gemeinsam mit anderen Aufgaben gelöst werden müssen, zum Beispiel Online-Rollenspiele. „Dort entsteht schnell ein sozialer Druck, immer weiter zu spielen“, sagte Rumpf. Sein Vorschlag: „Spiele mit großem Suchtpotenzial sollten nur für Ältere freigegeben werden.“ Bislang gibt es Altersbeschränkungen für Spiele mit Gewalt oder sexuellen Inhalten, aber nicht für Suchtpotenzial. hil/afp

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