ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2018Psychische Erkrankungen: Arbeitsunfähigkeitstage stark angestiegen

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Psychische Erkrankungen: Arbeitsunfähigkeitstage stark angestiegen

PP 17, Ausgabe September 2018, Seite 388

Bühring, Petra

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Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist bei psychischen Erkrankungen meist besonders lang. Foto: nmann77/stock.adobe.com
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist bei psychischen Erkrankungen meist besonders lang. Foto: nmann77/stock.adobe.com

Im Jahr 2016 entfielen 109,2 Millionen Krankheitstage (von insgesamt 674,5 Millionen) auf die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen“. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (Drucksache 19/3895) auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 19/3667) der Fraktion Die Linke zum Thema „Psychische Bealstungen in der Arbeitswelt“. Sowohl die absolute Zahl der Krankheitstage als auch der prozentuale Anteil am Erkrankungsgeschehen seien damit seit 2007 drastisch gestiegen, schreibt die Regierung. So habe die Zahl der Krankheitstage mit dieser Diagnose 2007 noch bei 47,9 Millionen gelegen und deren Anteil an allen Krankheitstagen bei 10,9 Prozent. Im Jahr 2016 (neuere Zahlen liegen laut Antwort nicht vor) lag der Anteil demnach bei 16,2 Prozent.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht außerdem hervor, dass Frauen deutlich häufiger wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben sind als Männer. So entfielen 2016 rund zehn Millionen Krankheitstage auf die Gruppe der 50- bis 54-jährigen Frauen. Bei den gleichaltrigen Männern waren es rund sechs Millionen Krankheitstage. Gefragt nach den Berufsgruppen mit den meisten Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen bezieht sich die Bundesregierung auf den Fehlzeiten-Report 2017 der AOK: An erster Stelle stehen Aufsichtskräfte im Hochbau (32,6 Tage), Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege (29,7 Tage) und Altenpflegekräfte (29,4 Tage).

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Auch die Zahl der Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer
Erkrankungen und Verhaltensstörungen ist nach Angaben der Bundesregierung von 2007 bis 2016 um 38 Prozent angestiegen. Auch dabei zeigen sich Geschlechterunterschiede: Bei den Frauen stiegen die Frühverrentungen um 50 Prozent an, bei den Männern um 24 Prozent. PB

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