ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2018Depressionen bei Jugendlichen: Einfluss von Bezugspersonen

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Depressionen bei Jugendlichen: Einfluss von Bezugspersonen

PP 17, Ausgabe September 2018, Seite 422

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Für Depressionen gibt es viele Ursachen. Amerikanische Jugendlichentherapeuten um Laura Finan vom Prevention Research Center in Oakland (USA) haben jetzt anhand einer Langzeitstudie (2007–2014) untersucht, wie sich die Art der Kommunikation und die Qualität der Beziehung zu Eltern, Geschwistern und Gleichaltrigen auf das Depressionsrisiko im Jugendalter auswirken. Sie fragten 372 Jugendliche zum Beispiel, ob ihre Eltern ihnen zuhörten, ob sie Freunde hatten, denen sie sich anvertrauten konnten, und ob ihre Geschwister sie unterstützten. Außerdem wurde an vier Messzeitpunkten erhoben, wie ängstlich und depressiv sich die Jugendlichen fühlten. „Es zeigte sich, dass das Depressionsrisiko bei Jugendlichen, deren Eltern ungenügend oder zu selten mit ihnen kommunizierten, erhöht war“, berichten die Autoren. Auch zu wenig Unterstützung durch Gleichaltrige und eine angespannte Beziehung zu Geschwistern trugen dazu bei, dass einige Befragten, erhöhte Depressionswerte aufwiesen. Es gab darüber hinaus Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So wurden Mädchen vor allem von der Kommunikation mit den Eltern und der Unterstützung durch Gleichaltrige beeinflusst, während Jungen depressiver waren, wenn sich ihre Geschwister feindselig verhielten. Das Depressionsrisiko wurde jedoch verringert, wenn Jungen von Gleichaltrigen unterstützt wurden und gut mit ihrem Vater reden konnten. Bei Mädchen boten eine positive Kommunikation mit den Eltern und Unterstützung durch Gleichaltrige einen gewissen Schutz vor Depressionen. Finan und Kollegen schlagen vor, präventiv mit Jugendlichen und deren Eltern und Geschwistern zu arbeiten und deren Beziehungen zu fördern, da die Personen in der nächsten Umgebung wesentlich für die psychische Stabilität von Heranwachsenden seien. ms

Finan L, Gordon M, McCauley Ohannessian C: Trajectories of depressive symptoms from adolescence to emerging adulthood: The influence of parents, peers, and siblings. Developmental Psychology 2018; 54(8): 1555–1567.

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