ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2018Kulturkalender: Im Dschungel der Großstadt

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Kulturkalender: Im Dschungel der Großstadt

PP 17, Ausgabe September 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Bonn

20. September 2018 bis 13. Januar 2019:

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Der Flaneur

© Edition und Galerie Volker Huber
© Edition und Galerie Volker Huber

Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bevölkert der Flaneur die großstädtische Welt der Boulevards und Cafés – und wird außer in der Literatur auf der Leinwand gefeiert. Das trotz der Beschleunigung unseres Alltags bis in die Gegenwartskunst aktuelle Thema des ziellos umherschweifenden Spaziergängers thematisiert die Ausstellung mit mehr als 160 Werken (Bild: Rudolf Schlichter, Hausvogteiplatz, um 1926). Sein erstes Terrain waren Paris und Berlin, wie Impressionismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit zeigen. Seit den 1930er-Jahren hielt dann auch die Fotografie den Blick des Flaneurs auf seine urbane Umgebung fest. Heute nutzen Künstler unterschiedlichste Medien bis hin zu Performance und Film, um dem Promenieren des Müßiggängers nachzuspüren.

Kunstmuseum, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21 Uhr

BREMEN

Bis 6. Januar 2019:

Paula Becker & Otto Modersohn

Der im Herbst 2017 veröffentlichte Briefwechsel zwischen dem Maler-Ehepaar Modersohn-Becker offenbarte viele bis dato unbekannte Aspekte der Künstlerehe, die für die damalige Zeit ungewöhnlich emanzipiert und von intensivem Austausch geprägt war. Mit circa 80 Gemälden und Zeichnungen aus dem eigenen Bestand sowie bedeutenden Sammlungen – darunter bisher nicht ausgestellte private Skizzen – untersucht die Schau die Beziehung zwischen „Kunst und Leben“ von Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn.

Paula Modersohn-Becker Museum, Böttcherstr. 6–10, Di.–So. 11–18 Uhr

KÖLN

15. September 2018 bis 13. Januar 2019:

Gabriele Münter

Sie war eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus und jenseits ihrer Rolle als Schülerin und langjährige Lebensgefährtin Wassily Kandinskys eine hochbegabte eigenständige Malerin: Gabriele Münter (1877–1962). Mehr als 100 Exponate erlauben einen umfassenden Einblick in ihr gegenständlich geprägtes Œuvre aus Stillleben, Interieurs und Landschaften und ihre flächige, von leuchtenden Farben bestimmte Malweise. Außer Gemälden sind auch Foto- und grafische Arbeiten Münters zu sehen.

Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, Di.–So. 10–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

MÜNCHEN

Bis 27. Januar 2019:

Um uns die Stadt

Die Ausstellung präsentiert Fotografien der 1920er- bis 1940er-Jahre von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Als Vertreter der Avantgardefotografie experimentierten sie mit innovativen Bildgestaltungen und nutzten die Kamera als Werkzeug, um die menschliche Wahrnehmung zu erweitern und das moderne Leben und das soziale Gefüge der Großstädte abzubilden.

Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

SAARBRÜCKEN

1. September 2018 bis 13. Januar 2019:

Slevogt und Frankreich

Aus Anlass des 150. Geburtstags des großen deutschen Impressionisten Max Slevogt lädt eine umfassende Werkschau dazu ein, seine lebenslange Auseinandersetzung mit der Kunst Frankreichs in Augenschein zu nehmen. Meisterwerke des französischen Impressionismus, darunter Arbeiten von Cézanne, Delacroix, Manet und Renoir, stehen im Dialog mit herausragenden Porträts, Figuren- und Landschaftsbildern Slevogts, der vor allem in Berlin und in der Pfalz wirkte. Insgesamt sind rund 190 Gemälde aus der Zeit um 1900 zu sehen.

Saarlandmuseum Mod. Galerie, Bismarckstr. 11–19, Di.–So. 10–18, Mi. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Bedrohliche Antibiotika-Resistenzen

© Science Museum
© Science Museum

Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen erschwert zunehmend die Therapie von Infektionskrankheiten. Standen zunächst grampositive Keime wie MRSA im Vordergrund, tauchen nun auch immer mehr gramnegative Bakterien sowie Viren, Parasiten und Pilze auf, gegen die kein oder kaum noch ein Medikament wirkt. Die spannende Ausstellung „Superbugs. The Fight for our lives“ im Londoner Science Museum widmet sich dieser großen medizinischen Herausforderung. Sie zeigt reale Bakterienkolonien, darunter neun von der WHO als besonders bedrohlich eingestufte Stämme (Bild: Colonies of bacteria created by bioartist Anna Dumitriu) und beschreibt den weltweiten Kampf gegen den Vormarsch der Supererreger sowie die Suche nach neuen Antibiotika zum Beispiel in den Tiefen der isländischen Fjorde.

„Superbugs – The fight for our lives“, Science Museum, Exhibition Rd, South Kensington, London, tgl. 10–18 Uhr; für Lates ab 18 J. letzter Mi./Monat 18.45–22 Uhr (bis Mitte März 2019)

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