ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018HPV-Impfung: Nicht in der westlichen Welt
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.... Impfungen können höchst hilfreich bis lebensrettend sein. Auch die HPV-Impfung macht ... Sinn. Allerdings nicht in der westlichen Welt, sondern in Afrika und in vielen Regionen Asiens. ... Wo keine ausreichende gynäkologische Vorsorge und Therapie existiert, wo in manchen Regionen sexuelle Gewalt, häufig wechselnde Sexualpartner, Immunschwächen nicht nur durch HIV, sondern schon aufgrund Mangelernährung leider häufiger sind, wo eben das Cervixcarcinom im Gegensatz zur westlichen Welt eine viel höhere Inzidenz, Morbidität und Mortalität aufweist, ... dort ist diese Impfung lebensrettend. ... Allerdings ist die HPV-Impfung dort für die allermeisten unbezahlbar. Und so investiert die Pharmaindustrie lieber in den Industrienationen in zweifelhafte Werbung und beeinflusst Fachverbände, anstatt die Impfung denen günstiger anzubieten, die sie wirklich benötigen. ... Zudem wird bei der Kosten-Nutzen-Abwägung in unseren Breiten nicht darauf eingegangen, dass gegen maximal 9 von mehr als 150 HP-Virenstämmen geimpft werden kann, dass die Impfung nicht das HPV-unabhängige Adenocarcinom zurückdrängen kann und dass durch den Verzicht auf sexuelles Risikoverhalten mehr Infektionen vermieden werden können als durch die Impfung. Würde es sich nicht lohnen, Mädchen und Jungen (!) .... die mutige Ablehnung von sexuellem Risikoverhalten zu vermitteln als die angebliche Rundum-sorglos-Impfung, die sie ja mitnichten ist? ... Wenn man die zunehmenden Zahlen von HIV, ... Syphilis und Gonorrhoe, die man für fast ausgerottet hielt, ... betrachtet, fragt man sich schon, ob ... nicht viel mehr Ermutigung zu sexueller Treue und Verbindung von Sexualität mit Verantwortung der Gesundheit zuträglicher ist. Nicht moralisierend, aber beratend und informierend. Und die Impfdosen gegen HPV sollten doch vor allem denen zugutekommen, die sie wirklich benötigen und wo sie ein Segen sein können.

Dr. med. Michael Kiworr, 68305 Mannheim

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