ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018Hartmannbund: Das Dilemma Leitender Krankenhausärzte

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Hartmannbund: Das Dilemma Leitender Krankenhausärzte

Dtsch Arztebl 2018; 115(37): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: wladimir1804 / stock.adobe.com
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Aus Sicht des Hartmannbundes stecken die Leitenden Krankenhausärztinnen und -ärzte in einem Dilemma: Einerseits würden ihnen Personalbudgets vorgegeben, auf deren Volumen sie nur in engen Grenzen Einfluss hätten. Andererseits müssten sie die Organisationsverantwortung tragen für die Patientenversorgung und reibungslose Betriebsabläufe unter guten Arbeitsbedingungen.

„Besondere Herausforderungen zeigen sich auch im Zusammenhang mit der Personaldisposition etwa bei der Förderung der Teilnahme der Mitarbeiter an aushäusigen wissenschaftlichen Fortbildungen wie Kursen, Fachkongressen oder Hospitationen“, erläuterte der Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Berlin, Privatdozent Dr. med. Uwe Torsten. Dies gelte ebenso für die Umsetzung des familien- und gesellschaftspolitisch wünschenswerten Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes. Dieses ziele auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab, halte letztendlich viele Ärztinnen im Beruf und sei daher ausdrücklich zu fördern.

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Negativsanktionen der Aufsichtsbehörden bei Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz mit Bußgeldern seien üblicherweise ad personam an den Leitenden Abteilungsarzt adressiert. „Er wird also aufsichtsrechtlich persönlich in Haftung genommen, verfügt aber andererseits häufig nicht über die gestalterischen Freiheitsgrade und die erforderlichen materiellen Ressourcen in Bezug auf eine auskömmliche Personalausstattung“, erläuterte der nordrheinische Landesvorsitzende Dr. med. Stefan Schröter. Zudem gehe es immer und zuvorderst um Patientensicherheit und auch um forensische Verantwortung.

Darüber hinaus sei es notwendig, die Inanspruchnahme des ärztlichen und nicht ärztlichen Personals in den Krankenhäusern exakt zu dokumentieren sowie gegenüber Kostenträgern und politischen Entscheidern ungeschönt darzustellen, betonten Torsten und Schröter weiter. Nur so sei eine dem Leistungsgeschehen entsprechende Weiterentwicklung des DRG-Systems möglich. sg

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