ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018Arzneimittelsicherheit: Für hohe Profite
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Aus einem bestimmten Blickwinkel mag alles richtig sein, was Sie beklagen. Es scheint mir allerdings lediglich einen Aspekt der komplexen Thematik darzustellen. Ein anderer Aspekt ist doch – und ich bin unsicher, welchem größere Bedeutung für die wiederholten Unregelmäßigkeiten bei der Medikamentenqualität zukommt – das Profitdenken, von dem das Entscheiden und Handeln in Unternehmen üblicherweise geprägt ist.

Kostendeckend zu arbeiten, ist keine denkbare Option. Warum eigentlich? Meist wollen Unternehmer sogar Renditen von mehr als fünf Prozent erreichen, und zwar in absehbarer Zeit. Diesem Ziel werden dann alle weiteren Entscheidungen fraglos untergeordnet bzw. als zwangsläufig betrachtet.

Um hohe Renditen zu erwirtschaften, die Produktion für Medikamente in ein Land zu verlegen, in dem Kontrollen entweder lascher gehandhabt werden oder umgangen werden können, bleibt die Entscheidung der entsprechenden Personen. Niemand wird dazu gezwungen auf diese Weise Medikamente zu produzieren oder produzieren zu lassen. Dasselbe gilt für Arbeitsbedingungen, wie sie bei uns nicht erlaubt wären. Entscheidet sich ein Unternehmer, solche Möglichkeiten in anderen Ländern auszunutzen, um hohe Profite zu generieren, unter Inkaufnahme der möglichen Folgen für die Menschen, die darunter leiden – ob das nun Arbeiter und Angestellte in dem betreffenden Land sind, oder Patienten in Deutschland – dann ist es aus meiner Sicht nicht legitim (wenn auch vielleicht legal), die Verantwortung für die Folgen allein (!) auf die Politik abzuwälzen.

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Dr. med. Sibylle Riffel, 64287 Darmstadt

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