ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018Vakuumwundtherapien: IQWiG kritisiert Intransparenz bei Studien

AKTUELL

Vakuumwundtherapien: IQWiG kritisiert Intransparenz bei Studien

Dtsch Arztebl 2018; 115(37): A-1568 / B-1326 / C-1314

dpa; Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Studien zur Vakuumversiegelungstherapie sind nach Auffassung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine Blackbox. Foto: mauritius images
Studien zur Vakuumversiegelungstherapie sind nach Auffassung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine Blackbox. Foto: mauritius images

Rund ein Jahrzehnt nach ihrer ersten Nutzenbewertung sind Nutzen und Schaden bei der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) bei intendierter sekundärer Wundheilung weiterhin unklar. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorbericht. Hatte es 2006 nur wenige und zudem kaum aussagefähige Studien gegeben, gibt es laut IQWiG mittlerweile mehr als 100 klinische Vergleiche mit mehreren Tausend Patienten. Doch nur von einem Teil dieser Studien sind die Ergebnisse öffentlich zugänglich. Nicht nur Hersteller, sondern auch Wissenschaftler hielten Daten unter Verschluss. „Damit verstoßen sie gegen ethische und wissenschaftliche Standards der Wissenschaft“, zeigt sich das IQWiG empört. Nutzen und Schaden der Therapie allein auf Basis der veröffentlichten Daten zu bewerten, hätte zu einem hochgradig verzerrten Ergebnis führen können, heißt es weiter. Somit fehle „weiterhin eine valide Grundlage für die Bewertung von Nutzen und Schaden dieser Behandlung“. „Wenn die Therapie so große Erfolge erzielen und Wunden nach ein paar Wochen verschließen könnte, würden Kliniker keine Studien machen“, sagte Dr. med. Stefan Sauerland, IQWiG-Ressortleiter Nichtmedikamentöse Verfahren. Er betonte, es gebe zwar nun Studien mit mehreren Tausend Patienten. Aber man könne immer noch nicht sagen, ob die Vakuumtherapie besser, gleichwertig oder womöglich sogar schlechter als die herkömmliche Wundbehandlung sei. Das IQWiG fordert Gesetzesänderungen in Deutschland, die Transparenz erzwingen. dpa/may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema