ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018Pflegemangel: Andere Lösungen
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Selbstverständlich brauchen wir mehr Pflegekräfte. Wir brauchen aber auch mehr Hebammen. Und auch mehr Schwestern auf den Intensivstationen, eigentlich überall in den Krankenhäusern. Und wir brauchen auch mehr Psychotherapeuten. Und mehr Hausärzte auf dem Land und mehr Ärzte in den Gesundheitsämtern. Überhaupt sind Ärzte sehr gesucht; das Deutsche Ärzteblatt hat inzwischen mehr Seiten für Stellenangebote als für seine Inhalte. Und nicht zu vergessen: Wir brauchen auch mehr Lehrer und Erzieher. Wir brauchen aber auch mehr Polizisten auf den Straßen und mehr Beamte bei der Justiz und in der Verwaltung. Der öffentliche Dienst sucht Fachkräfte und Ingenieure, die Deutsche Bahn Lokführer. Die Bundeswehr braucht Nachwuchs und der Grenzschutz Verstärkung. Und die Handwerksbetriebe suchen händeringend Auszubildende. Aber auch die Bauwirtschaft und die Industrie suchen Fachleute. Und schließlich suchen alle Bereiche dringend Informatiker. Man könnte noch mehr Beispiele anführen.

Selbstverständlich brauchen wir mehr Pflegekräfte, heute viele und morgen noch mehr. Wir werden als Bevölkerung älter; von einem Pflegenotstand zu sprechen, das scheint mir schon berechtigt. Aber auch all die anderen Bereiche klagen wohl nicht zu Unrecht über einen Fachkräftemangel. Was wird da wohl noch auf uns zukommen? Da verspricht die Regierung viele neue Stellen in der Pflege – die Worte höre ich, allein mir fehlt der Glaube. Wo sollen denn diese Menschen herkommen? Zwar kann man mit öffentlichen lauten Klagen die Politik mobilisieren, man kann auch mit zusätzlichem Geld Menschen motivieren, sie auch in Mangelberufe leiten. Den Mangel an Fachkräften im Gesundheitswesen und im Land aber kann man meines Erachtens so letztlich nicht beseitigen. Da braucht es andere Lösungen.

Dr. med. Klaus Günterberg, 12623 Berlin

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