ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2018Randnotiz: Mehr Geld für Werbung

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Randnotiz: Mehr Geld für Werbung

Dtsch Arztebl 2018; 115(37): A-1567 / B-1325 / C-1313

Maybaum, Thorsten

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Fast alle großen Krankenkassen geben Geld für Werbung aus. Die AOK beispielsweise ist seit Jahren Hauptsponsor des Deutschen Handballbunds (mindestens noch bis 2019), die Barmer zeigt sich in Kinospots oder massiert Heavy-Metal-Fans auf Rockfestivals den Nacken. Das Bundesversicherungsamt (BVA) als Aufsicht der bundesunmittelbaren Krankenkassen, wacht über die Werbeausgaben und wies jetzt in ihrem Sonderbericht zum Wettbewerb in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung auf einen deutlichen Ausgabenanstieg dafür hin. Demnach erhöhten sich die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung für Werbung von 136 Millionen Euro (2012) auf 172 Millionen Euro (2016) – ein Anstieg um rund 26 Prozent. Für Prävention gaben die Krankenkassen laut Aufsichtsbehörde kaum mehr aus: 2016 waren es 210 Millionen Euro. Der Großteil der Ausgaben entfällt demzufolge auf das Konto „Werbemaßnahmen“. Darunter fallen „Sachkosten für die im Rahmen der Werbung durchgeführte Öffentlichkeitsarbeit“ wie etwa Aufwendungen für allgemeine Werbemaßnahmen – Veröffentlichungen in Funk, Fernsehen, Kino, Tagespresse sowie Werbeartikel, Merkblätter und Broschüren, einschließlich aller Kosten aus Aufträgen an Dritte. Ob es richtig ist, Versichertengelder für Werbung und nicht für die Versorgung von Patienten auszugeben, darüber kann trefflich gestritten werden. Der gesetzliche Rahmen gibt dies her. Der Wettbewerb der Krankenkassen unter-
einander ist politisch gewollt. Krankenkassen nutzen das Instrument, um Versicherte für sich zu begeistern. Bedenklich sind aber Höhe und Zuwachs der Ausgaben.

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