ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1999Nach Stenting: Clopidogrel tritt die Nachfolge von Ticlopidin an

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Nach Stenting: Clopidogrel tritt die Nachfolge von Ticlopidin an

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LNSLNS Durch Thrombozytenaggregationshemmer kann das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nach einer Stent-Implantation deutlich vermindert werden. Seit einiger Zeit hat sich als Standardtherapie eine Kombination von zweimal 250 mg Ticlopidin pro Tag in Kombination mit 300 mg Acetylsalicylsäure (ASS) etabliert. Doch inzwischen beginnt die Nachfolgesubstanz von Ticlopidin, Clopidogrel, ihre Vorgängerin abzulösen. Clopidogrel ist erheblich besser verträglich als Ticlopidin. Dies erlaubt, die Therapie mit einer loading dose von 300 mg zu beginnen und danach mit der Standarddosis von einmal 75 mg pro Tag fortzusetzen. In Kombination mit 300 mg ASS pro Tag sei bei diesem Vorgehen die Plättchenaggregation schon am ersten Tag zu 50 Prozent gehemmt, während bei Beginn mit der Standarddosis erst am siebten Tag die volle Plättchenhemmung erreicht sei, so Prof. Harald Darius (Mainz) auf einem Symposium der Firma Bristol-Myers Squibb in Wiesbaden.
In der europäischen CLASSICS-Studie wurde das Ticlopidin-Regime (zweimal 250 mg Ticlopidin plus 325 mg ASS) mit dem einfachen Clopidogrel-Regime (75 mg Clopidogrel plus 325 mg ASS) und dem Loading-doseRegime an 1 020 Patienten verglichen. Die Patienten erhielten die Medikation innerhalb von sechs Stunden nach Stent-Implantation über 28 Tage. Als primären Endpunkt prüfte man die Sicherheit. In der Ticlopidin-Gruppe traten unerwünschte Ereignisse wie Blutungen, Neutropenie, Thrombozytopenie und Therapieabbruch wegen nichtkardialer Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von 9,12 Prozent auf. In beiden Clopidogrel-Gruppen zusammen lag die Häufigkeit mit 4,56 Prozent nur halb so hoch, wobei die Rate unter der loading dose sogar noch etwas geringer war. Die prophylaktische Wirksamkeit von Clopidogrel auf kardiale Ereignisse erwies sich dabei als ebenso gut wie die von Ticlopidin. Schwere kardiale Ereignisse traten in allen Gruppen mit einer Häufigkeit von etwa einem Prozent auf. "In unserer Klinik hat Clopidogrel das Ticlopidin wegen seiner guten Verträglichkeit bereits abgelöst", so Darius. AB
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