ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2018Randnotiz: Volksvertreter haben Rücken

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Randnotiz: Volksvertreter haben Rücken

Dtsch Arztebl 2018; 115(38): A-1621 / B-1371 / C-1359

Beerheide, Rebecca

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Kein Tag ohne Rückenschmerzen: Nicht nur für Patienten ist das eine schwierige Situation, sondern auch die, die noch keine Schmerzen haben, aber täglich Krankenkassenstudien dazu lesen. Oder für die, die sich seit vier Jahren im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss damit befassen, wie sie ein Disease-Management-Programm zu dieser Volkskrankheit auflegen könnten. Dieses qualvolle Thema soll hier ausnahmsweise keine Rolle spielen. Gegen Schmerzen kann jeder selbst etwas tun – würde man weniger, dafür besser sitzen, sich mehr und gesund bewegen oder täglich die Übungen absolvieren, die Rücken-Apps vorschlagen. Geplagt von Rückenschmerzen ist nicht nur das normale Volk. Auch die Gewählten im Bundestag plagen sich mit Schmerzen herum. Dazu gibt es zwar noch keine Krankenkassenstudie, dafür aber Erkenntnisse aus der privaten Evidenz. So sollen Parlamentarier aus der AfD-Fraktion vermehrt über Rückenschmerzen klagen. Natürlich würden sie das nie offiziell zugeben. Ihre Schmerzen stammen wohl vom Dauersitzen im Plenarsaal. Während sich die Abgeordneten der anderen sechs Parteien an den Sitzungstagen für Besprechungen mit Arbeitsgruppen oder zum Aktenstudium im Gebäude, in ihr Büro oder durch die Hauptstadt bewegen, bleiben AfDler einfach unter der Kuppel sitzen. Logische Konsequenz: Rückenschmerzen im Zentrum der politischen Entscheidungen. Die Stühle im Plenarsaal des Bundestages stammen zwar von einem der besten Stuhlhersteller weltweit – doch selbst bei denen braucht der Rücken nach Stunden eine Gehpause. Auch eine Erkenntnis der persönlichen Evidenz.

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