ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2018Onlinereflexionshilfe: Unterstützung für Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen

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Onlinereflexionshilfe: Unterstützung für Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen

Dtsch Arztebl 2018; 115(38): A-1661 / B-1399

Hillienhof, Arne

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Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen stellen sich im Berufsleben oft die Frage, ob und wie sie Kollegen oder Vorgesetzten von ihrer Erkrankung erzählen sollen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert seit Kurzem ein Projekt namens „Sag ich’s? Chronisch krank im Job“ unter Leitung des Universitätsklinikums Köln.

Der Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln will im Rahmen der 30-monatigen Förderung gemeinsam mit dem Biotechnologie- und Pharmaunternehmen AbbVie, der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG Selbsthilfe) und dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) eine interaktive Online-reflexionshilfe zu der Problematik erstellen.

Laut den Projektpartnern sehen viele chronisch Erkrankte aus Angst vor Diskriminierung davon ab, ihre Erkrankung am Arbeitsplatz zu offenbaren. „Der Schritt zu einer persönlichen Beratung in Selbsthilfeorganisationen oder durch den Betriebsarzt ist ebenfalls eine hohe Hürde“, erklärt VDBW-Präsident Dr. med. Wolfgang Panter. Ein offener Umgang mit der Krankheit könne aber zahlreiche Vorteile haben, beispielsweise die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte oder die Erleichterung, die Erkrankung nicht mehr verstecken zu müssen, betont er.

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Die interaktive Reflexionshilfe soll keine Patentlösungen anbieten, sondern Feedback zur individuellen Situation geben und dabei helfen, die Konsequenzen der eigenen Entscheidung besser einzuschätzen. „Wir arbeiten mit einer Mischung aus Erklärvideos und Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen“, sagt Prof. Dr. Mathilde Niehaus, Leiterin des Lehrstuhls für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. „Damit wollen wir chronisch Erkrankte darin unterstützen, für sich die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Und dabei bleibt natürlich alles anonym.“

Die Projektpartner wollen in den Entwicklungsprozess neben Betriebsärzten auch Selbsthilfeorganisationen, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen einbeziehen. hil

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