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PJ in Italien: Nicht ohne Italienisch

Medizin studieren, WS 2018/19: 14

Comes, Fabio

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Einen Teil des Praktischen Jahres (PJ) in Italien zu absolvieren, kann sehr gewinnbringend sein. Nötig sind jedoch eine gehörige Portion Eigeninitiative sowie gute italienische Sprachkenntnisse.

La dolce vita – auf italienisch: „das süße Leben“. Davon bekommt man in Udine genau so viel, wie man braucht. Zahlreiche Cafés und Bars in der Altstadt von Udine stellen den Inbegriff des italienischen Lebensstils dar. Jedoch demonstrieren Einrichtungen wie das Universitätskrankenhaus „Ospedale Santa Maria della Misericordia“ auch moderne Geschäftigkeit und Zukunftsorientierung der Stadt.

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„Halbitaliener“ Fabio Comes absolvierte sein PJ-Tertial in Innerer Medizin in Udine, Italien. Foto: privat
„Halbitaliener“ Fabio Comes absolvierte sein PJ-Tertial in Innerer Medizin in Udine, Italien. Foto: privat

Das Krankenhaus der 100 000-Einwohner-Stadt stellt mit seinen 700 Betten den Hauptteil der akuten regionalen gesundheitlichen Versorgung sicher und ist ein Haus der Maximalversorgung. Das gesamte Spektrum an Fachrichtungen von der Inneren Medizin bis zur Chirurgie wird hier abgedeckt. Als Studierender im Praktischen Jahr (PJ) kann man zwischen den verschiedenen Abteilungen rotieren und beispielsweise in der Inneren Medizin (medicina interna) in gewünschte Teilgebiete gehen, wie in die cardiologia, pneumologia oder pronto soccorso (Notaufnahme). Nötig ist dazu lediglich eine kurze Vorstellung beim leitenden Direktor der jeweiligen Abteilung.

Der großzügige Gestaltungsspielraum, der ausländischen PJ-Studierenden hier eingeräumt wird, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass man im gleichen Maß, wie man Dinge selbst arrangieren kann, diese auch eigenverantwortlich ohne Unterstützung vonseiten eines PJ-Koordinators organisieren muss. Der Gewinn an Erfahrungen steigt in Italien unmittelbar mit dem eigenen Engagement. Wichtig ist zu wissen jedoch: Das Studium in Italien ist im Vergleich zu dem in Deutschland theoretischer ausgelegt. Praktische Erfahrungen sammeln italienische Studierende gewöhnlich erst als Assistenzärzte.

Die italienische Stadt Udine liegt etwa 20 Kilometer westlich der slowenischen Grenze in in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens. Fotos: rea molko/stock.adobe.com; alois/stock.adobe.com
Die italienische Stadt Udine liegt etwa 20 Kilometer westlich der slowenischen Grenze in in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens. Fotos: rea molko/stock.adobe.com; alois/stock.adobe.com

Wie in den meisten deutschen Krankenhäusern korreliert allerdings das Ausmaß dessen, was man als PJ-Studierender praktisch machen darf, direkt mit dem persönlichen Engagement und der Bereitschaft, Dinge einzufordern. Die Teilnahme an der Visite und deren Mitgestaltung, Blutabnahmen, die Aufnahme von Patienten und deren Vorstellung gehören zu den klassischen Aufgaben.

Das Beherrschen der italienischen Sprache – mindestens auf B2-Niveau – stellt dabei ein obligates Kriterium dar, denn die Fremdsprachenkenntnisse der meisten Italiener sind relativ überschaubar. Zudem spricht der Italiener bekanntlich gerne, schnell – und viel. Das ist im Zusammenhang mit seinen Gebrechen und Leiden nicht anders: Krankengeschichten werden geradeheraus offengelegt und körperliche Untersuchungen anstandslos geduldet. Ein gehäuftes Vorkommen des „Morbus mediterraneus“ (Inbegriff des besonders wehleidigen Patienten) ist allerdings nicht zu beobachten.

Noch einige organisatorische Tipps: Eine Unterkunft, beispielsweise eine Wohngemeinschaft (WG), lässt sich über das Internet/Facebook finden. Mit Glück findet man eine WG mitten in der Stadt. 99 Prozent der Verständigung kann dann auch auf Italienisch erfolgen, sodass die Sprachkenntnisse vertieft werden.

Die Bewerbung an einem Krankenhaus in einem kleineren italienischen Ort wie Udine kann einfach sein. Es ist möglich, dass man bereits am nächsten Tag eine Antwort erhält, aus der hervorgeht, dass man zu jedem Zeitpunkt und in jedem Fachgebiet das PJ ableisten darf. Doch Vorsicht: Die Anerkennung des PJ-Tertials in Deutschland kann sich erheblich schwieriger gestalten, wenn das Krankenhaus nicht in Deutschland gelistet ist – wie das Krankenhaus in Udine. Dann bedarf es eines Schreibens des Dekans als Vertreter der Universität und des betreuenden Arztes als Vertreter des Krankenhauses, das die Studienstruktur an der Universität und am Lehrkrankenhaus widerspiegelt und die praktischen Inhalte des Tertials aufführt.

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