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Organspende: Studierende klären auf

Medizin studieren, WS 2018/19: 28

Franke, Mara; Semester, 8.; Berlin; Kerwagen, Niklas; Semester, 7.; Mainz

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Mit dem bvmd-Projekt „Aufklärung Organspende“ engagieren sich Medizinstudierende für ein sensibles Thema.

Foto: picture alliance
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Nach einem irreversiblen Hirnfunktionsausfall stellt sich unweigerlich die Frage: Organspende – ja oder nein? Was hat der Patient gewollt? Nur ein geringer Anteil der Bevölkerung hat seine persönliche Entscheidung auf einem Organspendeausweis dokumentiert. Das muss sich ändern!

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Momentan gilt in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung zur Regelung der Organspende. Mit dieser europaweit einzigartigen Gesetzgebung sollen Bürger regelmäßig von der Krankenkasse aufgefordert werden, eine Entscheidung bezüglich einer möglichen Organspende auf einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung niederzuschreiben. Im Idealfall folgen alle dieser Aufforderung. Leider spricht die Realität eine andere Sprache. Nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) besitzen nur 36 Prozent der Deutschen einen ausgefüllten Organspendeausweis.

Diese Zahl möchte die Studierendeninitiative „Aufklärung Organspende“ erhöhen. Gegründet 2014 in Berlin, engagieren sich mittlerweile über 300 Studierende an mehr als 20 Fakultäten in ganz Deutschland dafür. Eine Hauptzielgruppe sind Schüler der Oberstufe.

Dabei geht es nicht darum, sie zu einer Entscheidung pro oder contra Organspende zu bewegen. Vielmehr erfahren die Schüler in zwei Schulstunden bei einem interaktiven Vortrag Wissenswertes über die Thematik und können folglich so eine fundierte und sachgerechte Entscheidung für sich selbst treffen.

Dafür werden die medizinischen Zusammenhänge von Hirntoddiagnostik sowie Organtransplantation erläutert und rechtliche Fragestellungen beleuchtet. Oft ergibt sich daraus eine ethische Diskussion über Tod und Organspende. Wichtig ist, keinerlei Druck auf die Schüler auszuüben und eng mit den Lehrkräften zu kooperieren. Im besten Falle führen die Veranstaltungen in der Schule zu weiteren Gesprächen im Familien- und Bekanntenkreis der Schüler, wodurch noch mehr Menschen erreicht werden können.

Außerdem organisiert die Initiative bundesweit zahlreiche weitere Veranstaltungen. Diese reichen von Vorträgen über illegalen Organraub an politisch Inhaftieren in China über Infoveranstaltungen bis hin zu offiziellen Fortbildungen für Lehrer.

Gebündelt werden all diese Erfahrungen der Lokalgruppen bei einem jährlich stattfindenden Bundestreffen, das jedes Jahr eine andere Lokalgruppe ausrichtet. An einem Wochenende werden in Workshops, Kleingruppen und bei Vorträgen neue Inhalte erarbeitet, um thematisch auf dem neuesten Stand zu bleiben und die Arbeit zu diesem Thema stetig zu weiterzuentwickeln.

Bei Interesse und Nachfragen kann man die Lokalgruppe kontaktieren oder sich an die bundesweite Projektleitung unter aufklaerungorganspende@bvmd.de wenden.

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