ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2018STIKO-Empfehlungen: Auch Kollegen aufklären
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Im letzten Jahr habe ich immer wieder lesen müssen, dass die HPV-Impfung in Deutschland nicht angenommen werde, die Impfraten viel zu gering seien. Vorschläge zur Verbesserung der Patienteninformation und gegen die Impfmüdigkeit und Impfgegnerschaft der Deutschen mit mahnendem Zeigefinder waren hier omnipräsent. Als reflektierte Ärztin und Impfverfechterin wollte ich meine Kinder gegen das HP-Virus schützen und musste feststellen, dass sich wohl auch in den ärztlichen Strukturen Ressentiments eingeschlichen haben. Weder unser Kinderarzt noch unser Hausarzt (… und keiner der anderen ortsansässigen Kinder- und Hausärzte) war bereit, meine Tochter gegen HPV zu impfen. Meine Gynäkologin, die sexuell noch nicht aktive Mädchen zwar nicht gynäkologisch untersucht, machte uns – wie Haus- und Kinderarzt auch empfahlen – eine Impfung möglich. Vollmundig wird nun die Impfung gegen HPV für Jungen von der STIKO empfohlen, aber die diversen Ärzte, die bereits meine Tochter nicht impften, verweisen für meinen 17-jährigen Sohn auf den Urologen, der sich (im Einklang mit mehreren seiner Kollegen) aber ebenso nicht in der Lage sieht, eine Impfung durchzuführen. Vielleicht sollten wir auf Aufklärung der Kollegen statt auf Patientenaufklärung setzen und die Impfmüdigkeit an dieser Stelle hinterfragen.

Dr. med. Ortrun Herold, 68775 Ketsch

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema