ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2018Entbindungen: Weniger Krankenhäuser führen Geburten durch

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Entbindungen: Weniger Krankenhäuser führen Geburten durch

Dtsch Arztebl 2018; 115(39): A-1682 / B-1418 / C-1404

KNA; Maybaum, Thorsten

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Die Zahl der Krankenhäuser, die Geburten durchführen, sank im vergangenen Jahr. Foto: picture alliance
Die Zahl der Krankenhäuser, die Geburten durchführen, sank im vergangenen Jahr. Foto: picture alliance

Immer weniger Krankenhäuser führen Entbindungen durch. 2017 wurden in 672 der 1 942 Krankenhäusern Geburten begleitet, wie das Statistische Bundesamt Mitte September in Wiesbaden mitteilte. Das entsprach einem Anteil von 34,6 Prozent. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei 35,4 Prozent gelegen.

Insgesamt entbanden im vergangenen Jahr 762 343 Frauen in einem Krankenhaus. Die Zahl lag damit geringfügig über dem Niveau von 2016 (761 777). 777 820 Kinder (einschließlich Zwillings- und Mehrlingsgeburten) wurden im Krankenhaus geboren, 937 mehr als 2016. Der Anteil der lebend geborenen Kinder betrug in beiden Jahren 99,7 Prozent. Weitgehend stabil blieb auch die Zahl der Kaiserschnitte. Sie lag bei 30,5 Prozent. In den meisten Bundesländern ging diese Rate leicht zurück. Am höchsten lag sie mit 37,2 Prozent im Saarland, am niedrigsten in Sachsen (24 Prozent).

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Andere Geburtshilfen wurden selten angewandt: Eine Saugglocke (Vakuumextraktion) wurde im vergangenen Jahr bei 5,9 Prozent der Entbindungen eingesetzt, eine Geburtszange bei 0,3 Prozent.

Die Grünen forderten angesichts der Kaiserschnittrate, dass Krankenhäuser für eine natürliche Geburt genauso viel Geld erhalten sollten wie für einen Kaiserschnitt. Die Politik sei gefragt, Fehlanreize für Kaiserschnitte zu beseitigen und die natürliche Geburt zu fördern, meinte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesund­heits­förder­ung der Grünenfraktion im Bundestag. kna/may

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