ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2018Arzneimittelsicherheit: Tuch des Schweigens
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Der derzeitige Skandal um die Verunreinigung vieler Valsartanprodukte mit N-Nitrosodimethylamin wirft viele Fragen auf, zum Beispiel: Warum haben über längere Zeitabschnitte die Prüfmechanismen versagt? Sind die Produktionsbedingungen in China jemals überprüft worden? Warum konnte zum Beispiel Novartis Diovan ohne Verunreinigungen herstellen? Offensichtlich spielten die billigere Produktion und nicht die möglichen gesundheitlichen Risiken die entscheidende Rolle. Ich gewinne zurzeit den Eindruck, dass man von offizieller Seite ein Tuch des Schweigens über die brisante Thematik legt. Viele, vor allem ältere Patienten, erfuhren rein zufällig, dass auch ihre Medikation betroffen ist – es gab in vielen Fällen keine Warnung und keinen Rückruf des Medikaments. Aus meiner Sicht könnte dieser Skandal größere Ausmaße annehmen als der Contergan-Skandal. Damals betraf es Kinder, die Prozesse dauerten Jahre. Heute sind es vor allem ältere Menschen, die den Ausgang möglicher gerichtlicher Entscheidungen nicht mehr erleben werden.

Dr. med. Karl Wachter, 79664 Wehr

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