ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2018QM-Ratgeber: Arztbewertungsportale

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QM-Ratgeber: Arztbewertungsportale

Dtsch Arztebl 2018; 115(39): A-1720 / B-1450 / C-1436

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Onlinebewertungen sind heutzutage verbreitet und können bei der Recherche von Restaurants oder der Inanspruchnahme von Reiseportalen hilfreich sein. Arztbewertungsportale scheinen eine logische Konsequenz dieser allgemeinen Entwicklung. Sie können Patienten bei der Suche nach einem Arzt ihrer Wahl unterstützen und bieten ihnen die Möglichkeit, ein Feedback zur Behandlung/Praxis zu geben. Daher sollte die Bewertung der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung zwingend auf Basis transparenter und verständlicher Kriterien und Informationen erfolgen.

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat hierfür bereits vor einigen Jahren Qualitätsanforderungen definiert und veröffentlicht (www.aezq.de/aezq/arztbewertungsportale). Diese können einfach anhand von Fragen überprüft werden (Auszug):

  • Wird offengelegt, wie das Angebot finanziert wird?
  • Sind Werbung und Information von- einander abgegrenzt?
  • Ist die Methodik des Bewertungsverfahrens verständlich?
  • Wird betroffenen Ärzten die Möglichkeit zu Gegendarstellung und/oder Widerspruch eingeräumt?

Verschiedene Arztbewertungsportale wurden auf Grundlage dieser Qualitätsstandards weiterentwickelt. Eine andere Möglichkeit, Rückmeldungen von Patienten zu erhalten, bieten systematische Patientenbefragungen. Und aus der Versorgungsforschung ist inzwischen bekannt: Es spielt keine Rolle, ob Sie eine Online- oder eine Vor-Ort-Befragung durchführen; die Patientenzufriedenheit unterscheidet sich nicht nennenswert. Die Ergebnisse können Impulse für das interne Qualitätsmanagement (QM) in Praxen und Krankenhäusern geben. Sowohl positive als auch kritische Bewertungen sollten im Team analysiert und ggf. als Anlass für eine Weiterentwicklung genutzt werden.

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Wesentliche Grundlage des Qualitätsmanagement-Verfahrens QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® ist eine Selbstbewertung mittels prägnanter Fragen. Zusätzlich bilden systematisch erhobene Rückmeldungen von Patienten weitere Aspekte der Versorgungsqualität ab. Befragungsbogen wie ZAP („Zufriedenheit in der ambulanten Versorgung – Qualität aus Patientenperspektive“), ein Angebot der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, können hierbei hilfreich sein. Die Onlineversion „eZAP“ bietet eine nutzerfreundliche Alternative, welche im Sicheren Netz der KVen (SNK) und auf der Webseite der KBV kostenlos in Anspruch genommen werden kann. KBV

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