ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2018Chronisch Kranke: Weiter Streit über die Pauschalen

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Chronisch Kranke: Weiter Streit über die Pauschalen

EB; Beerheide, Rebecca

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Die Diskussion um die Chronikerpauschalen in der hausärztlichen Versorgung setzt sich fort: Bei einem Treffen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband am 18. September gab es zwischen beiden Vertragspartnern keine Einigung. Nun muss der Erweiterte Bewertungsausschuss entscheiden.

Derzeit liegen zwei Konzepte auf dem Tisch: Die KBV will erreichen, dass die sogenannte „Vier-Quartals-Vorgabe“ entfällt und die Abrechnung der Chronikerpauschalen nur noch an die Behandlung bestimmter Krankheiten gekoppelt ist, heißt es in einer Mitteilung. Mehrkosten entstünden den Kassen dadurch nicht. Bislang dürfen Hausärzte und Pädiater die Pauschalen nur abrechnen, wenn der Patient in drei von vier vorangegangenen Quartalen wegen derselben chronischen Erkrankung in Behandlung war. „Diese Regelung orientiert sich weder an der Praxisrealität, noch ist sie praktikabel“, kritisierte Dr. med. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.

Über eine Reform der Chronikerpauschalen wird schon länger diskutiert: So beauftragte die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV bereits Ende 2015 den Vorstand, sich für die Streichung des Vorquartalsbezugs in den Abrechnungsbedingungen für einzelne EBM-Leistungen einzusetzen und die Zahlung der Pauschalen an die Diagnose zu knüpfen. Diese Idee lehnte der GKV-Spitzenverband ab und präsentierte offenbar nun einen eigenen Vorschlag: Demnach sollen die Chronikerpauschalen auch für Patienten abgerechnet werden dürfen, die mindestens sechs Wochen im Krankenhaus behandelt wurden und deswegen nicht in drei von vier vorangegangenen Quartalen in der Hausarztpraxis waren. Würde sich dieser Vorschlag durchsetzen, sieht die KBV einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand für den Hausarzt. EB/bee

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