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Dtsch Arztebl 2018; 115(39): A-1711

Reisdorf, Simone; BS; Bitterlich, Lisa; awa

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3-fachtherapie als Fixkombi bei COPD – Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD), die mit einer Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid und einem lang wirksamen Beta-2-Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind, können als Erhaltungstherapie nun eine 3-fach-Fixkombination (Trelegy Ellipta®, GSK) anwenden, die zusätzlich ein langwirksames Anticholinergikum enthält. Eine abgegebene Inhalatordosis enthält 92 µg Fluticasonfuorat (FF), 65 µg des lang wirksamen Muskarin-Antagonisten Umeclidiniumbromid (UMEC) sowie 22 µg des langwirksamen Beta-2-Agonisten Vilanterol (VI). Die 3-fach-Fixkombi muss nur 1-mal täglich inhaliert werden.

In die zulassungsrelevante FULFIL-Studie wurden 1 810 unzureichend vorbehandelte Patienten auf die inhalative 3-fach-Therapie mit FF/UMEC/VI oder aber auf eine 2-fach-Therapie mit Budesonid und Formoterol (BUD/FOR) randomisiert. Der primäre Endpunkt bestand aus dem forcierten exspiratorischen Volumen pro Sekunde (FEV1-Talwert) und der Lebensqualität.

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Das Ergebnis spricht für die fixe 3-fach-Therapie mit FF/UMEC/IV. So war der FEV1-Talwert in der Therapiegruppe mit FF/UMEC/VI in Woche 24 um 142 ml angestiegen. Dagegen war er in der Kontrollgruppe mit BUD/FOR nochmals um 29 ml abgesunken. Auch in Bezug auf die Lebensqualität fanden sich bei den COPD-Patienten mit der inhalativen 3-fach-Therapie bessere Ergebnisse. Das Risiko für Exazerbationen war in der FF/UMEC/VI-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe (1, 2). Simone Reisdorf

Trelegy Ellipta: Die erste 1x tägliche Triple-Therapie für instabile COPD-Patienten, DGP-Kongress, Veranstalter: GlaxoSmithKline.

Gelenkerhalt und weniger Symptome durch Cosentyx®Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) können von einer Behandlung mit Secukinumab (Cosentyx®, Novartis) schnell und ausgeprägt profitieren. In der FUTURE-5-Studie zeigten 62,6 % der Secukinumab-Patienten (Placebo: 27,4 %) bereits in Woche 16 eine signifikante Besserung der Gelenksymptome um ≥ 20 %. Anti-TNFα-naive Probanden sprachen besonders gut an; fast jeder zweite erzielte in Woche 24 eine Symptomlinderung um ≥ 50 % (Placebo: 8,5 %).

Secukinumab ist zudem offenbar selbst bei der schwer behandelbaren Enthesitis und bei Daktylitis-Symptomen (z. B. geschwollene Finger/Zehen) effektiv. So wurden in FUTURE-2 nach 24 Wochen Abheilungsraten von 48 und 57 %, bei Woche 104 von 72 und 80 % erreicht.

Außerdem wurde in FUTURE-5 nach 24 Wochen bei 88 % dieser Patienten kein radiologischer Progress an Hand- und Fußgelenken gefunden. Da Gelenkerosionen aber jeden zweiten Patienten schon nach 2 Jahren bedrohen, sind eine frühe Diagnose und Therapie der PsA wichtig. BS

Frühzeitig und wirksam therapieren bei Psoriasis und Urtikaria, FOBI, Veranstalter: Novartis.

Therapiezukunft bei schwerem Asthma – Ein Wechselspiel aus genetischen und Umweltfaktoren ist verantwortlich für die Heterogenität des Asthma bronchiale. Ziel einer leitliniengerechten Therapie ist eine effektive Symptomkontrolle, die Normalisierung der Lungenfunktion sowie eine Verbesserung der Lebensqualität. Vertiefte Erkenntnisse über pathophysiologische Vorgänge ermöglichen nun die Entwicklung neuer, individualisierter Behandlungsstrategien, die zum Beispiel auch dem bei circa 50 % der Patienten vorliegenden Typ-2-entzündlichen Phänotyp Rechnung tragen. Auf diesem basieren die Symptome des atopischen Formenkreises, die sich in Form eines atopischen Ekzems, Nahrungsmittelallergien, allergischer Rhinokonjunktivitis und des allergischen Asthmas bereits im frühen Kindesalter bemerkbar machen können. Die Interleukine IL-4 sowie IL-13 sind Schlüsselmediatoren und steuern eine Kaskade von nachgeschalteten Ereignissen, wie die Aktivierung von Atemwegsepithelzellen, Chemoattraktion von Mastzellen, Eosinophilen und Basophilen sowie das Remodelling des Epithels. Eine Hemmung beider Zytokine durch eine duale Rezeptorblockade scheint demnach ein vielversprechendes Therapieziel zu sein. LB

Typ-2-Inflammation bei Asthma, Veranstalter: Sanofi Genzyme.

Immunantwort nach HIV-Impfung hält bisher 1 Jahr an – Auch 1 Jahr nach der letzten Impfdosis mit dem Mosaikimpfstoff Ad26.Mos.HIV (Janssen) konnte in der Phase1/2a-Studie APPROACH bei den Impflingen eine robuste humorale und zelluläre Immunantwort nachgewiesen werden (AIDS 2018; Abstract TUAA0104). An der Studie nahmen 393 HIV-negative Erwachsene in den USA, Ruanda, Uganda, Südafrika und Thailand teil. Der Impfstoff enthält die HIV-Gene „env“, „gag“ und „pol“ und als viralen Vektor ein modifiziertes Adenovirus vom Serotyp 26 (Ad26).

Die Teilnehmer erhielten zunächst zu Woche 0 und 12 als Primer 2 Impfungen, gefolgt von 2 Boosterimpfungen zu Woche 14 und 48. Die stärkste Immunantwort erzielte das Boostern mit dem löslichen Protein Clade C gp140 in hoher Dosierung und dem Adjuvans Aluminiumphosphat. Unerwartete Impfreaktionen oder andere Sicherheitsprobleme traten nicht auf. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ad26.Mos.HIV wird erstmals in der Phase-2b-Studie „Imbokodo“ untersucht. Geplant ist, 2 600 junge Frauen zwischen 18 und 35 Jahren in Südafrika, Malawi, Sambia und Simbabwe sowie Mosambik in die Studie aufzunehmen. Die ersten Ergebnisse werden 2021 erwartet. awa

Biomedical research innovations in the prevention, remission, and cure of HIV/AIDS, International AIDS Conference, Veranstalter: Janssen.

1.
ERS Congress 2016, Poster PA 4629.
2.
Am J Respir Crit Care Med 2017; 196: 438–46 CrossRef MEDLINE
1.ERS Congress 2016, Poster PA 4629.
2.Am J Respir Crit Care Med 2017; 196: 438–46 CrossRef MEDLINE

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