ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1999Fentanyl-Pflaster: Auch zugelassen für Nicht-Tumorpatienten

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Fentanyl-Pflaster: Auch zugelassen für Nicht-Tumorpatienten

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LNSLNS Fentanyl-TTS hat sich in rund 200 Millionen Anwendungstagen bei der Behandlung von Tumorschmerzen bewährt. Jetzt wurde die Zulassung des Opioidpflasters in Deutschland auch zur Therapie nichttumorbedingter chronischer Schmerzen erweitert. "Das aber ist der Hauptteil der Schmerzpatienten", sagte Dr. Dietrich Jungck (Hamburg) bei einer Pressekonferenz von Janssen-Cilag in Köln.
"Es handelt sich durchweg um jüngere Menschen, von denen viele noch im Berufsleben stehen. Sie brauchen das Analgetikum zum Teil jahre- und jahrzehntelang, und dieses muß deshalb besonders gut verträglich sein", so Jungck. Vorteilhaft sei außerdem, daß unter der Behandlung mit Fentanyl-TTS (Durogesic®) deutlich weniger gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten. Das gilt insbesondere für die Obstipation.
Die Ursache dieses Phänomens dürfte nach Angaben von Dr. Erich Richard Arens (Janssen-Cilag) darin begründet sein, daß Fentanyl TTS zu 90 Prozent seinen eigentlichen Wirkort, das Zentralnervensystem, erreicht. Nur zehn Prozent verbleiben in der Peripherie. Beim Morphin aber ist es genau umgekehrt: Nur etwa ein Zehntel des Wirkstoffs besetzt Rezeptoren im ZNS, neun Zehntel dagegen bleiben in der Peripherie und können somit zu verstärkten unerwünschten Effekten wie einer Obstipation führen. Der Unterschied und die bessere Verträglichkeit wurden nach Arens ausnahmslos in allen klinischen Studien registriert und dürften mit ein Grund für die gute Akzeptanz der Pflastertherapie bei den Schmerzpatienten sein. Es handelt sich beim Fentanyl zudem um ein langwirksames Opioid, das aus dem Pflaster über eine Steuermembran kontinuierlich freigesetzt wird, so daß für eine anhaltende Analgesie gesorgt wird, die derjenigen unter oraler Morphintherapie vergleichbar ist. Das Pflaster selbst muß je nach Schmerzprofil nur alle 48 bis alle 72 Stunden gewechselt werden.
Gute Erfahrungen liegen nach Arens neben der Behandlung chronischer Schmerzen bei Tumorpatienten auch in anderen Indikationsbereichen vor; vor allem bei chronischen Rückenschmerzen degenerativer Ursache, Osteoporose, Arthrose und rheumatoiden Arthritiden, bei Radikulopathie und auch bei postzosterischer Neuralgie. Die Dosierung erfolgt über vier verschiedene Pflastergrößen (25, 50, 75 und 100 µ/h). CV
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