ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2018Organspende: Ringen um den richtigen Weg

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Organspende: Ringen um den richtigen Weg

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die Zahl der Organspender sank 2017 in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Foto: dpa
Die Zahl der Organspender sank 2017 in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Foto: dpa

Für eine intensive Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Thema Organspende warben Ärzte und Politiker am 24. September bei einer Podiumsdiskussion des Marburger Bundes, Landesverband Berlin-Brandenburg, im Berliner Tagesspiegel-Haus. Eine einheitliche Antwort auf die Frage „Auf Herz und Nieren – was ist die Lösung für mehr Organspenden?“, die den Titel der Veranstaltung bildete, fanden sie jedoch nicht. 

Konsens gab es lediglich bezüglich des von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende August vorgelegten Entwurfs eines „Gesetzes für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende“, GZSO. Mit den darin beschriebenen Maßnahmen – wie eine verbindliche Freistellungsregelung für Transplantationsbeauftragte sowie eine höhere Vergütung der Organentnahme – sollen die Voraussetzungen in den Entnahmekrankenhäusern geschaffen werden, um die Organspendezahlen zu erhöhen.

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Im Oktober werde der Entwurf in Kabinett und Parlament eingebracht und soll dann möglichst zügig von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, sagte Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Zusätzlich plädierte sie für eine breite gesellschaftliche Debatte über eine erweiterte Widerspruchslösung bei der Organspende, wie sie Spahn angestoßen hat.

Auch die Ärzteschaft hatte sich im Mai beim Deutschen Ärztetag für die Einführung der Widerspruchslösung ausgesprochen. „Es ist viel gewonnen, wenn wir diese Debatte führen“, sagte Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, jetzt in Berlin. Die Bevölkerung müsse sich der Problematik stellen. „Man muss den Menschen verdeutlichen, warum man sich in dieser Frage bekennen muss.“ Die Debatte müsse aber getrennt von der Diskussion um den jetzt vorgelegten Gesetzentwurf geführt werden. ER

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