ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2018Studie: Digitalisierung kommt nur schleppend voran

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Studie: Digitalisierung kommt nur schleppend voran

Dtsch Arztebl 2018; 115(40): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: elenabsl/stock.adobe.com
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Digitalisierungsprojekte in der Gesundheitswirtschaft kommen nur schleppend voran. Große Stolpersteine sind zu wenig finanzielle Mittel (72 Prozent), fehlende Unterstützung von Kostenträgern und Politik (64 Prozent) sowie zu wenig Wissen der Führungskräfte (51 Prozent). Zumindest sind das die Ergebnisse einer Studie der Personalberatung Rochus Mummert, die 362 Führungskräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zur Digitalisierung befragt hat.

„Wir registrieren einige Fortschritte bei der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern, aber im internationalen Vergleich hinkt die Branche immer noch deutlich hinterher“, sagte Studienleiter Oliver Heitz. „Eine unternehmensübergreifende Digitalstrategie haben nur knapp 40 Prozent der befragten Einrichtungen“, betonte er. Dabei seien die Einsatzmöglichkeiten für technische Neuerungen gerade im Gesundheitssektor vielfältig.

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Der Studie zufolge finden Führungskräfte die Digitalisierung besonders sinnvoll beim Speichern von Patientendaten (97 Prozent), in der medizinischen Diagnostik (86 Prozent) und der Steuerung des stationären Behandlungsprozesses. Für 62 Prozent der Befragten ist das mit Abstand wichtigste Digitalisierungsthema die Elektronische Patientenakte. Im Vergleich dazu spielen Themen wie Vernetzung mit Dritten, Nutzung mobiler Geräte oder telemedizinische Lösungen nur eine untergeordnete Rolle.

Zudem sind mehr als 80 Prozent der Befragten überzeugt, künftig doppelte oder unnötige Untersuchungen und Behandlungen besser vermeiden zu können. Auch im kaufmännischen Bereich sehen sie Potenzial: So glauben mehr als 80 Prozent der Führungskräfte, dass dank der Digitalisierung interne Prozesse und Kostenpositionen verstärkt auf den Prüfstand gestellt werden. „Die Entscheidungsträger in deutschen Krankenhäusern haben vor allem eine Erwartung an den Einsatz neuer digitaler Techniken: Effizienzsteigerungen in jeder Hinsicht“, sagte Healthcare-IT-Experte Sukumar Munshi. sg

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