ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2018Feinstaub und NO2: Latenztypisches Reizgas
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Im Beitrag wird vom Autor Folgendes ausgeführt: „NO2 ist ein Gas, das infolge seiner Wasserlöslichkeit und hohen Diffusionsgeschwindigkeit praktisch nur die oberen Atemwege erreicht.“

Das ist nicht zutreffend. Stickstoffdioxid kann infolge seiner geringen Wasserlöslichkeit bei Inhalation in großem Umfang die tiefen Atemwege (Alveolen) erreichen, ohne vorher an den Wandungen der Atemwege absorbiert zu werden. Es ist deshalb ein Reizgas vom Latenztyp, wobei sich nach einer initialen transitorischen Irritation und einem symptomfreien Intervall von drei bis zu 30 Stunden typischerweise ein toxisches Lungenödem ausprägen kann. Die Intensität der Symptome in der ersten Phase korreliert dabei nicht mit der Schwere der darauffolgenden pulmonalen Schädigung. Bereits bei Exposition mit mehr als 1 ml/m3 sind nach zweistündiger Exposition Störungen der Atemfunktion zu verzeichnen, bei Langzeitexposition werden sie ab 0,03 ml/m3 manifest.

Dr. med. Helmut Hentschel, 99094 Erfurt

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