ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018Infektionsquelle Meerschweinchen

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Infektionsquelle Meerschweinchen

A guinea pig as a source of infection

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(41): 681; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0681

Weidner, Till; Hipler, Uta-Christina; Elsner, Peter

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Infektionsquelle Meerschweinchen
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Infektionsquelle Meerschweinchen

Es stellte sich ein 9-jähriges Mädchen mit juckenden, münzgroßen, randbetonten erythematosquamösen Plaques im Perioral- und Kinnbereich vor. Ferner zeigte sich eine ähnliche Effloreszenz an der rechten Oberschenkelinnenseite. Zusätzlich zur mittellamellösen, weißgelben Schuppung fanden sich im Randbereich vereinzelt kleine Pusteln. Ein mykologisches Nativpräparat von Hautschuppen eines betroffenen Areals fand septierte Hyphen in der mikroskopischen Begutachtung. Die PCR-Untersuchung (PCR, Polymerasekettenreaktion) sowie die Pilzkultur bestätigten eine Dermatophyteninfektion mit Trichophyton benhamiae (früher Trichophyton Spezies von Arthroderma benhamiae). Es wurde eine Lokaltherapie mit Ciclopiroxolamin 2 ×/Tag für die betroffenen Hautpartien eingeleitet. Als Infektionsquelle konnte ein seit wenigen Wochen gehaltenes Meerschweinchen identifiziert werden. Die ersten Hautveränderungen traten drei Wochen nach Anschaffen des Tieres auf. Dieses musste trotz des Fehlens von Fellveränderung zeitgleich vom Veterinär antimykotisch behandelt werden. Ausgeprägte Infektionen sowie eine Tinea capitis sollten systemisch mit Terbinafin (alternativ Fluconazol oder Itraconazol) therapiert werden. In unserem Fall war die Patientin nach sechs Wochen beschwerdefrei.

Till Weidner, PD Dr. rer. nat. et med. Uta-Christina Hipler, Prof. Dr. med. Peter Elsner, Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Jena, elsner@derma-jena.de.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise
Weidner T, Hipler UC, Elsner P: A guinea pig as a source of infection. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 681. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0681

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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