ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018Mikulicz-Linie als Parameter
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Obwohl in der Arbeit über den Zusammenhang zwischen Genu Varum (O-Bein) und intensivem Fußballtraining im Wachstumsalter darauf verwiesen wird, dass epidemiologische Studien an Kindern und Jugendlichen auf klinische Untersuchungsmethoden angewiesen sind, wird dann röntgenologischen Kriterien in der Arbeit relativ breiter Raum in Text und Abbildungen gegeben (1). Neben einigen Unklarheiten in der Benennung der in den Abbildungen benannten radiologischen Parameter fällt insbesondere auf, dass weder in Text, Tabellen noch Abbildungen einer der entscheidenden radiologischen Parameter, der unmittelbare Auskunft über die Druckverteilung im Kniegelenk bei Achsabweichungen gibt, die sogenannte Mikulicz-Linie (also die mechanische Traglinie des Beines), erwähnt wird.

Kurioserweise ist diese Tragachse dann aber in der Abbildung als einzige Messlinie in den dargestellten Ganzbeinaufnahmen abgebildet, allerdings ohne in der Legende erläutert zu werden, nämlich als mechanische Traglinie des Beines in der Frontalebene als Verbindung der Gelenkzentren von Hüft- und Sprunggelenk mit sich ergebendem und die klinische Relevanz beschreibendem Schnittpunkt im Kniegelenk. Auch für die Planung bei operativen Achskorrekturen ist der Parameter „Mikulicz-Linie“ unabdingbar (2), dies offensichtlich auch im abgebildeten klinischen Fall, denn das klinische Bild zeigt auf der stärker betroffenen linken Seite bereits eine präoperative Rasur offenkundig vor Valgisationsosteotomie. Über operative Aspekte hinaus ist die Mikulicz-Linie generell ein wichtiges Maß für die Einschätzung von Achsabweichungen der unteren Extremität auch im Kindes- und Jugendalter in verschiedensten Zusammenhängen (3) und wird als mechanische Achse des Beines auch in Literaturangaben des Artikels aufgeführt. Der Zusammenhang zwischen den klinisch und biologisch relevanten Änderungen der Druckverhältnisse in den Kompartimenten des Kniegelenkes und der Verschiebung der Mikulicz-Linie bei Achsabweichungen wie auch vor und nach Korrekturoperationen ist vielfach beschrieben (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0683b

Prof. Dr. med. Andreas Lahm MPH

Kliniken Maria Hilf GmbH Mönchengladbach

Akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik RWTH Aachen

Andreas.Lahm@mariahilf.de

1.
Thaller PH, Fürmetz J, Chen F, Degen N, Manz KM, Wolf F: Bowlegs and intensive football training in children and adolescents—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 401–8 VOLLTEXT
2.
Lobenhoffer P, Van Heerwaarden R, Agneskirchner JD: Kniegelenknahe Osteotomien: Indikation- Planung- Operationstechniken mit Plattenfixateuren. New York: Georg Thieme Verlag, 2nd revised edition 2014.
3.
Landauer F, Huber G, Paulmichl K, O‘Malley G, Mangge H, Weghuber D: Timely diagnosis of malalignment of the distal extremities is crucial in morbidly obese juveniles. Obes Facts 2013; 6: 542–51 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Agneskirchner JD, Hurschler C, Wrann CD, Lobenhoffer P: The effects of valgus medial opening wedge high tibial osteotomy on articular cartilage pressure of the knee: a biomechanical study. Arthroscopy 2007; 23: 852–61 CrossRef MEDLINE
1.Thaller PH, Fürmetz J, Chen F, Degen N, Manz KM, Wolf F: Bowlegs and intensive football training in children and adolescents—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 401–8 VOLLTEXT
2.Lobenhoffer P, Van Heerwaarden R, Agneskirchner JD: Kniegelenknahe Osteotomien: Indikation- Planung- Operationstechniken mit Plattenfixateuren. New York: Georg Thieme Verlag, 2nd revised edition 2014.
3.Landauer F, Huber G, Paulmichl K, O‘Malley G, Mangge H, Weghuber D: Timely diagnosis of malalignment of the distal extremities is crucial in morbidly obese juveniles. Obes Facts 2013; 6: 542–51 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Agneskirchner JD, Hurschler C, Wrann CD, Lobenhoffer P: The effects of valgus medial opening wedge high tibial osteotomy on articular cartilage pressure of the knee: a biomechanical study. Arthroscopy 2007; 23: 852–61 CrossRef MEDLINE

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