ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2018Kulturkalender: Zwischen Poesie und Ernüchterung

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Kulturkalender: Zwischen Poesie und Ernüchterung

PP 17, Ausgabe Oktober 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

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BONN

Bis 27. Januar 2019:

Malerfürsten

© Landesmuseum Hannover – Artothek
© Landesmuseum Hannover – Artothek

Die Figur des Malerfürsten, wie sie heute in Deutschland vielleicht noch Markus Lüpertz verkörpert, erlebte in den 1870er- und 1880er-Jahren ihre Blütezeit: Friedrich August von Kaulbach (Bild: Geraldine Farrar, 1906), Franz von Lenbach, Frederic Lord Leighton, Hans Makart, Jan Matejko, Mihály von Munkácsy und Franz von Stuck waren erfolgreich, vermögend und bewegten sich im Umfeld der Reichen und Mächtigen, die sie porträtierten. Das kulturgeschichtliche Phänomen, das mit Beginn des Ersten Weltkriegs endete, wird anhand der Gemälde und Selbstinszenierung der sieben Künstler näher beleuchtet.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

BOCHUM

13. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019:

Bild – Macht – Religion

Die Schau mit dem Untertitel „Kunst zwischen Verehrung, Verbot und Vernichtung“ postuliert, dass Religionen nicht pauschal „bilderfreundlich“ oder „bilderfeindlich“ sind, sondern dass sich eine Ambivalenz gegenüber der Kunst quer durch alle Religionen zieht. Dabei komme religiösen Bildern sowohl die Aufgabe zu, etwa Heilige oder Götter und damit etwas darzustellen, was eigentlich unsichtbar ist, als auch das für den Menschen Überwältigend-Schreckliche und damit vielleicht besser nicht Sichtbare abzubilden.

Kunstmuseum, Kortumstr. 147, Di.–So. 10–17, Mi. 10–20 Uhr

Frankfurt

5. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019:

Medeas Liebe

Aus dem British Museum London, dem Georgischen Nationalmuseum, dem Pariser Louvre, den Vatikanischen Museen, dem Museo Archeologico Neapel sowie den Vesuv-Städten Stabiae und Pompeji sind originale griechische und römische Skulpturen, Vasen, Bilder, Wandmalereien sowie Bronze- und Goldobjekte zu sehen, die den antiken Mythos „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ nacherzählen. Es ist die Geschichte eines fantastischen Abenteuers, einer verhängnisvollen Liebe und einer Reise durch die Kultur des antiken Kolchis auf dem Gebiet des heutigen Georgien.

Liebieghaus, Schaumainkai 71, Di.–So. 10–18, Do. 10–21 Uhr

Goslar

Bis 27. Januar 2019:

Wolfgang Tillmans. Fotografie

© courtesy Galerie Buchholz
© courtesy Galerie Buchholz

„Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen sowie das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfgang Tillmans zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit“, so die Jury zur Prämierung des Künstlers mit dem Goslarer Kaiserring 2018. Die Ausstellung gibt einen Einblick in sein Werk (Bild: „Atlantique, b, 2016“) bis hin zu den jüngsten politischen Arbeiten.

Mönchehaus Museum, Mönchestr. 1, Di.–So. 11–17 Uhr

München

18. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019:

Florenz und seine Maler

Innovativ setzten sich die Florentiner Maler der Renaissance im 15. Jahrhundert mit Raum und Körperlichkeit, Harmonie und Schönheit, der Natur und den Werken der Antike sowie neuen Formen und Techniken auseinander und erreichten so eine einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten. Anhand von rund 120 hochkarätigen Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen wird das Schaffen dieser herausragenden Künstler und ihrer Werkstätten in Florenz vorgestellt – von Giotto bis Leonardo da Vinci.

Alte Pinakothek, Barer Str. 27, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Schicksale jüdischer Ärztinnen und Ärzte

© Stadtarchiv Darmstadt
© Stadtarchiv Darmstadt

Bereichert um neue Exponate, gastiert die prämierte Wanderausstellung zum Schicksal jüdischer Ärztinnen und Ärzte im Nationalsozialismus „Fegt alle hinweg . . .“ in diesem Herbst in Darmstadt. Circa 8 000 jüdische Mediziner waren 1933 in Deutschland zugelassen, darunter auch der Darmstädter Facharzt für Chirurgie und Frauenheilkunde, Dr. Max Rosenthal (Bild). Nach Entzug von Kassenzulassung und Approbation erlag er 1939 mit 55 Jahren seinem zweiten Schlaganfall. Vor genau 80 Jahren, am 30. September 1938, verloren alle jüdischen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ihre Approbation und damit ihre Existenzgrundlage und die finanziellen Mittel, um ins Ausland zu fliehen. Damit war ihr Weg in die Tötungslager oder den Suizid grausam vorgezeichnet. Die Ausstellung erinnert an ihre tragischen Biografien und ihre Pionierleistungen für die deutsche Medizin.

„Fegt alle hinweg . . .“, Das Offene Haus, Evangelisches Forum, Rheinstr. 31, Darmstadt, Mo.–Do. 9–18, Fr. 9–16 Uhr (26. Oktober bis 30. November 2018)

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