ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2018Psychiatrische Krankenhäuser: Einhalten von Personalstandards gefordert

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Psychiatrische Krankenhäuser: Einhalten von Personalstandards gefordert

PP 17, Ausgabe Oktober 2018, Seite 438

Hillienhof, Arne; SB

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Ausreichend Personal ist Voraussetzung für eine leitlinienorientierte Behandlung in Kliniken. Foto: picture alliance
Ausreichend Personal ist Voraussetzung für eine leitlinienorientierte Behandlung in Kliniken. Foto: picture alliance

Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) hat Kritik im Umgang mit der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) geübt. Diese sei „zu lax“. Anlass für Kritik ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Laut DPtV bleibt weiterhin unklar, ob die psychiatrische Personalausstattung gemäß der Psych-PV eingehalten wird.

„Es ist inakzeptabel, dass die Personalbesetzungen in Psychiatrien nicht völlig offengelegt werden. Wir fragen uns, was es hier zu verbergen gibt“, sagte DPtV-Bundesvorsitzende Barbara Lubisch. Ihr zufolge zeige das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) bei seiner Antwort, dass die Psychiatrien und psychiatrischen Fachabteilungen ihrer Nachweispflicht gemäß der Psych-PV nicht nachkamen. Demnach legten von 481 psychiatrischen Einrichtungen lediglich 150 bis Ende Mai die Zahlen aus dem Jahr 2017 vor, 60 psychiatrische Kliniken verweigerten die Datenherausgabe.

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Besonders brisant findet die DPtV die Tatsache, dass die Psych-PV nicht den aktuellen Stand einer leitliniengerechten Behandlung widerspiegele und selbst bei Einhaltung deutliche Defizite der Versorgung zu erwarten seien. Die Psych-PV stammt aus dem Jahr 1990 und berücksichtige nicht die Versorgungsleistung der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

„Es ist dringend notwendig, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss, der im Psych-VVG festgelegten Aufgabe nachkommt, verbindliche Personalvorgaben für eine leitlinienorientierte Versorgung in den Einrichtungen zu beschließen“, forderte Lubisch. Menschen mit psychischen Erkrankungen hätten auch im Krankenhaus einen Anspruch auf eine leitliniengerechte Behandlung. „Offenbar ist es im Interesse der Patienten auch notwendig, die Einhaltung zu kontrollieren“, so Lubisch. hil/sb

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