ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018Gesundheitsberufe: Fachkräftemangel größer als angenommen

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Gesundheitsberufe: Fachkräftemangel größer als angenommen

Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1787 / B-1505 / C-1491

Hillienhof, Arne

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Der Mangel an Fachkräften zeigt sich auch bei den Wartezeiten der Patienten. Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com
Der Mangel an Fachkräften zeigt sich auch bei den Wartezeiten der Patienten. Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com

Der Fachkräftemangel bei Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen ist möglicherweise größer als angenommen. Das legt eine Studie nahe, die die Hochschule Fresenius in Idstein vorgelegt hat. Die Bundesagentur für Arbeit gibt für Ende 2017 an, dass offene Stellen für Physiotherapeuten 150 Tage unbesetzt bleiben. Die Forscher der Hochschule Fresenius haben nun ermittelt, dass die durchschnittliche Vakanzzeit für alle Therapieberufe bei 250 Tagen liegt. „Es ist davon auszugehen, dass viele Arbeitgeber freie Stellen für Therapeuten nicht bei der Agentur für Arbeit melden“, erläuterte Sabine Hammer, Dekanin des Masterstudiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius und verantwortliche Leiterin des Studienprojekts. Der akute Fachkräftemangel spiegele sich auch in den Wartezeiten der Patienten wider, die im Schnitt 30 Tage auf einen Behandlungsplatz warten müssten – in der Spitze sogar 50 Tage. An der Studie nahmen rund 1 800 Therapeuten teil, davon die Hälfte Physiotherapeuten, ein Viertel Ergotherapeuten, ein Fünftel Logopäden und fünf Prozent Podologen. Die der Studie zugrunde liegenden Umfragen wurden online durchgeführt. Die Untersuchung zeigt auch, dass 85 Prozent der Therapeuten an einer beruflichen Gratifikationskrise leiden. „Einsatz und Belohnung stehen für sie in einem Ungleichgewicht“, so die Dekanin. Neben dem Gehalt flössen weitere Faktoren wie die generelle Anerkennung von Beruf und Tätigkeit sowie Entwicklungsmöglichkeiten ein. hil

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