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Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1822

EB; RH; RF; DJB; SH

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Mögliche Kontamination einer Charge von octenidol® md Mundspüllösung – Das Robert Koch Institut (RKI) berichtet über eine Häufung von Infektionen und Besiedlungen mit Burkholderia cepacia complex bei Intensivpatienten. 2 Patienten sind verstorben. Als gemeinsame Expositionsquelle wird octenidol® md Mundspüllösung vermutet (Vertrieb Firma Schülke & Mayr GmbH). Die betroffene Charge 1513962 wird derzeit von der Herstellerfirma MPC International freiwillig zurückgerufen.

Octenidol® md Mundspüllösung ist eine Lösung zur Dekontamination des Mund- und Rachenraums durch physikalische Reinigung und zur unterstützenden Wundbehandlung von Läsionen im Mundraum. Es soll zu einer Dekontamination von multiresistenten Erregern beitragen. EB

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Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 56 – 2018

PD-1-Inhibitor Pembrolizumab zur NSCLC-Erstlinientherapie – Pembrolizumab (Keytruda®, MSD) in Kombination mit Pemetrexed plus, einer Platin-basierten Chemotherapie, wurde für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem, nichtplattenepithelialen und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ohne EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen zugelassen.

In der Phase-III-Studie KEYNOTE-189 betrug die Gesamtüberlebensrate unter der Kombinationstherapie bei nicht vorbehandelten Patienten mit metastasierendem NSCLC nach 12 Monaten 69,2 % gegenüber 49,4 % in der Placebogruppe. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab bei 8,8 Monaten und in der Kontrollgruppe bei 4,9 Monaten. Diese Resultate des primären Endpunkts waren statistisch signifikant. Unerwünschte Ereignisse Grad 3 oder höher traten in den Gruppen ähnlich häufig auf. rh

Pembrolizumab zur Kombinationstherapie beim metastasierenden NSCLC zugelassen, Veranstalter: MSD

Phytopharmakon als erste Wahl bei Sinusitis und Bronchitis – Als primäre Therapie bei akuten Atemwegsinfektionen können Phytotherapeutika wie ELOM-080 (Gelomyrtol® forte, Pohl-Boskamp) empfohlen werden. Pflanzenextrakte können die Symptomlinderung nachweislich beschleunigen. Das Vielstoffgemisch ELOM-080 hat unter den Phytotherapeutika die beste Datenlage, sagte Professor Dr. Adrian Gillissen, Bad Urach. Zudem ist es das einzige Phytopharmakon, das zur Therapie der akuten und chronischen Sinusitis und Bronchitis zugelassen ist.

In einer Anwendungsbeobachtung bei 223 Patienten mit akuter Rhinosinusitis wurden mit ELOM-080 Symptome wie Kopf- oder Druckschmerz und verstopfte Nase sehr rasch und stärker als mit dem pflanzlichen Vergleichspräparat verringert. Zudem waren die Patienten zufriedener mit der Behandlung und bewerteten die Verträglichkeit besser. In einer Placebokontrollierten Studie bei 413 Patienten mit akuter Bronchitis wurden mit dem pflanzlichen Vielstoffgemisch die Hustenanfälle pro Tag nach einer Woche um 62 % reduziert (Placebo 50 %). rf

3. Kompetenz-Kolleg United Airways, Veranstalter: Pohl-Boskamp

Vitamin-B12-Mangel früh erkennen und oral therapieren – Symptome eines Vitamin-B12-Mangels entwickeln sich schleichend und sind nicht leicht zu diagnostizieren. Was unspezifisch mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit beginnt, kann sich mit makrozytärer Anämie oder erheblichen Störungen im Nervensystem, zum Beispiel sensibler Polyneuropathie, oder mit Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit manifestieren.

Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel sind eine unzureichende Aufnahme durch die Nahrung, beispielsweise bei Veganern oder Heimbewohnern (durch Aufwärmen der Speisen in der Mikrowelle) oder Resorptionsstörungen bei älteren Menschen. Auch die dauerhafte Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren oder Metformin ist ein Risikofaktor.

Schwere, zum Teil irreversible Folgen des Vitamin-Mangels können durch frühzeitige Diagnose und hochdosierte orale Substitution (B12 Ankermann®, 1 000 µg Cyanocobal-amin/Dragee, Wörwag Pharma) verhindert werden. Orales Cyanocobal-amin in Dosierungen von 1 000 bis 2 000 µg ist einer Metaanalyse zufolge ebenso effektiv wie die parenterale Gabe. Auch eine probatorische Therapie des gut verträglichen und preiswerten Präparates hat in diagnostischen Zweifelsfällen ihre Berechtigung. djb

7. Vitamin B12-Symposium: Mangelware Vitamin B12 – Lebenslang lebenswichtig, Veranstalter: Wörwag Pharma

Neue Behandlungsmöglichkeit für Colitis ulcerosa – Der Januskinase-(JAK-)Inhibitor Tofacitinib (Xeljanz®, Pfizer) steht nun auch für die Behandlung von aktiver Colitis ulcerosa (CU) zur Verfügung. Tofacitinib wird oral verabreicht und ist indiziert bei Patienten, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben. In 2 Induktionsstudien zeigte der Wirkstoff einen schnellen Wirkeintritt in Bezug auf den partiellen Mayo-Score. Schon ab Tag 3 zeigten mehr Patienten eine signifikante Abnahme der Stuhlfrequenz und rektaler Blutungen als unter Placebo. Außerdem kann Tofacitinib eine anhaltende steroidfreie Remissionserhaltung ermöglichen und zeigt auch nach 52 Wochen hohe Remissionsraten – unabhängig von einer Tumor-nekrosefaktor-Inhibitor-(TNFi-)Vorbehandlung. Die untersuchten Endpunkte schlossen auch Mukosaheilung, klinisches Ansprechen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit ein. In der mindestens 8-wöchigen Induktionsphase werden 10 mg Tofacitinib 2-mal täglich empfohlen, gefolgt von einer Erhaltungstherapie, in der 5 mg oder 10 mg 2-mal täglich gegeben werden. sh

Pressemitteilung zum Pressegespräch „Tofacitinib (Xeljanz®): Ein neuer Weg in der Therapie von Colitis ulcerosa“, Veranstalter: Pfizer

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