ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018QM-Ratgeber: Qualitätsindikatoren und Kennzahlen

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QM-Ratgeber: Qualitätsindikatoren und Kennzahlen

Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1832 / B-1538 / C-1524

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Praxen und Krankenhäuser durchlaufen im Rahmen des Qualitätsmanagements (QM) kontinuierlich den P-D-C-A-Zyklus (Plan-Do-Check-Act). Um dabei die Ziele der Qualitätsentwicklung festlegen und die Ergebnisse messen zu können, sind qualitative und quantitative Parameter erforderlich. Nur für operationalisierte Ziele (Plan) kann festgestellt werden (Check), ob das beabsichtigte Ziel erreicht wurde oder ob Abweichungen bestehen, die eine Analyse und verändertes Handeln (Act) erfordern. Qualitätsindikatoren (QI) und Kennzahlen liefern diese Steuerungsdaten. Auch die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses gibt vor, Kennzahlen und „valide“ Qualitätsindikatoren für die Qualitätsbeurteilung zu nutzen.

Kennzahlen wie zum Beispiel Behandlungsfälle pro Quartal, durchgeführte Vorsorgeuntersuchungen, Impfraten, durchschnittliche Wartezeit der Patienten, Materialverbrauch pro Prozedur, Patientenzufriedenheit oder Umsatzzahlen, die im zeitlichen Verlauf oder im Vergleich mit anderen Einrichtungen betrachtet werden, liefern Anhaltspunkte für die Steuerung interner Prozesse.

Qualitätsaspekte können teilweise mithilfe von QI dargestellt werden. Diese bilden die Qualität einer Einheit durch Zahlen oder Zahlenverhältnisse indirekt ab (Quelle: AQUIK® http://daebl.de/FW22). Je nach Art des Indikators sind Aussagen zu Struktur-, Prozess- oder Ergebnisqualität möglich. Dabei ist das alleinige Zahlenverhältnis noch nicht aussagekräftig. Eine Bewertung kann erst nach vorheriger Festlegung eines Referenzintervalls oder Referenzwertes erfolgen. Bewegt sich das gemessene Ergebnis innerhalb der Intervallgrenzen, kann es als gut oder unauffällig angesehen werden. Gleiches gilt, wenn ein Indikator den Referenzwert erreicht.

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Valide, evidenzbasierte QI haben einen strukturierten Entwicklungs- und Konsentierungsprozess durchlaufen und müssen dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen. QI stehen in verschiedenen Datenbanken und Indikatorensets zur Verfügung, z. B. QiSA (aQua-Institut), QUINTH (GKV) oder AQUIK® (KBV). Ein Beispiel für einen ambulanten Indikator aus dem AQUIK-Set: „Anteil der Patienten mit vier oder mehr Dauermedikamenten, deren Medikation in den letzten 12 Monaten überprüft wurde und in deren Akte dies dokumentiert wurde.“

QI finden u. a. in der Qualitätsberichterstattung der Krankenhäuser, im Rahmen von Disease-Management-Programmen oder Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses Anwendung und sollen künftig für die Krankenhausplanung genutzt werden. Sie sind Voraussetzung, um in einem gewissen Rahmen Transparenz und Vergleichbarkeit medizinischer Leistungen herzustellen.

QI können auch als konkrete Arbeitsgrundlage für ärztliche Qualitätszirkel genutzt werden, um die Versorgungsqualität im Austausch oder Vergleich mit Kollegen – ggf. anonymisiert – zu reflektieren und Anregungen abzuleiten, eigene Abläufe anzupassen. Eine Handlungsempfehlung dazu gibt das entsprechende Qualitätszirkel-Modul unter www.kbv.de/qz. KBV

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