ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018Spitzenforschung: Gemeinsam auf Exzellenzkurs

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Spitzenforschung: Gemeinsam auf Exzellenzkurs

Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1793 / B-1513 / C-1499

Richter-Kuhlmann, Eva

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Ab dem kommenden Jahr werden im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern 57 meist interdisziplinäre Forschungsprojekte sieben Jahre lang als Exzellenzcluster gefördert. 34 Universitäten erhalten somit insgesamt 2,7 Milliarden Euro Fördermittel.

Der 27. September war von den deutschen Universitäten mit Spannung erwartet worden: Ein internationales Expertengremium und eine mit Vertretern des Bundes und der Länder besetzte Exzellenzkommission wählte an diesem Tag in Bonn aus 88 Förderanträgen die 57 Exzellenzcluster aus, die im Rahmen der neuen Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden sollen. 34 Universitäten – darunter auch viele medizinische Standorte – konnten sich freuen: An ihnen sind die ausgewählten Projekte angesiedelt, die ab 2019 sieben Jahre lang mit jährlich rund 385 Millionen Euro gefördert werden (siehe Grafik). Die Mittel werden zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Sitzland bereitgestellt.

Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019
Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019
Grafik
Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019
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Punkten konnten vor allem Antragsteller, die ein hohes Maß an Kooperation und Interdisziplinarität nachweisen konnten. So ist beispielsweise ein herausragendes Merkmal des bewilligten Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging: von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen“ die enge interdisziplinäre Verflechtung der Universitätsmedizin Göttingen mit den Fakultäten für Chemie, Physik, Mathematik und Biologie der Universität sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Auch der Exzellenzcluster „Hearing4all – Hören für alle: Medizin, Grundlagenforschung und technische Lösungen für personalisierte Hörunterstützung“ der Universität Oldenburg besticht durch die Kooperation von Ärzten, Neurowissenschaftlern, Psychologen, Linguisten, Physikern und Ingenieuren der Universitäten Oldenburg und Hannover sowie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die neuen Cluster sollen jedoch nicht nur dem Erkenntnisgewinn, sondern auch der Nachwuchsförderung dienen: So unterstützt beispielsweise der neu bewilligte Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“ der Universität Kiel speziell die Karriere forschender Ärztinnen und Ärzte. Dazu bringt die Universität gemeinsam mit den medizinischen Fakultäten, dem Universitätsklinikum und der Ärztekammer Schleswig-Holstein ein neues Programm zur Ausbildung junger klinischer Forscher ab 2019 auf den Weg.

Die Exzellenzstrategie baut auf ihr Vorgängerprogramm – die Exzellenzinitiative – auf, die von 2007 bis 2017 etabliert war. Sie besteht aus zwei Teilen: den Exzellenzclustern und den Exzellenzuniversitäten. Als solche können sich die Universitäten noch bis Ende des Jahres bewerben. Die Entscheidung fällt dann im Juli 2019.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019
Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019
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Exzellenzstrategie: Neue Exzellenzcluster (EXC) ab 1. Januar 2019

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