ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2018Medizinstudium: Digitaler Studiengang in Malta kritisch bewertet

AKTUELL

Medizinstudium: Digitaler Studiengang in Malta kritisch bewertet

Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1788

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Deutsche Hochschulmedizin haben sich zurückhaltend zu einem neuen in Malta akkreditieren Studiengang geäußert und darauf hingewiesen, dass noch viele Fragen zur Qualität und zur Ausgestaltung offen sind. Hintergrund ist ein Angebot des Unternehmens Digital Education Holdings (DEH), Medizin ausschließlich über internetbasierte Lerneinheiten zu studieren. Die Studierenden müssen nicht in Malta leben und arbeiten. Das neue Studienmodell namens „EDU“ setzt neben den digitalen Lernveranstaltungen auf eine begleitende klinische Ausbildung im jeweiligen Heimatland der Studierenden. Als Partner in Deutschland hat die DEH Helios gewonnen. „Das Studium bietet einen Bachelor of Medicine und in Folge dann einen Master of Medicine. Dieser wird zu einer Approbation in Malta führen. Diese ist, wie jede andere maltesische beziehungsweise sonstige EU-Approbation, anerkennungsfähig in Deutschland“, sagte eine Helios-Sprecherin Anfang Juli. Laut BÄK und Deutscher Hochschulmedizin liegt bisher nur eine maltesische Akkreditierung für die ersten drei Jahre vor, die zum Abschluss mit dem Bachelor führen sollen. „Eine Zulassung als Arzt ist damit nicht möglich. Die Akkreditierung für einen weiterführenden zweijährigen Masterstudiengang, dessen Absolvierung für eine Approbation nach der Berufsanerkennungsrichtline notwendig ist, steht noch aus“, teilten die beiden Organisationen mit. Zudem handle es sich bei der virtuellen Tochter der DEH zwar um eine höhere Bildungseinrichtung, sie besitze aber keine Zulassung als Universität. Daher sei eine Anerkennung der Abschlüsse in Deutschland gemäß Berufsanerkennungsrichtlinie, die für den Arztberuf ein Studium an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität vorschreibt, gegenwärtig nicht möglich. Kritik übten BÄK und Hochschulmedizin auch am Studienablauf. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema