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In Bezug auf die im Beitrag (1) verwendete Klassifizierung sei ergänzt, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) zunehmend nicht mehr in Typ-A- und Typ-B-Reaktionen (die Unterteilung stammt von 1977 [2]), sondern in „off-“ und „on-target“-Reaktionen unterteilt werden (3). Entscheidungskriterium ist hier, ob sie im Zusammenhang mit einer pharmakologischen Wirkung des Wirkstoffes am Zielort stehen oder nicht. „off-target“-Reaktionen, beispielsweise bestimmte Infusionsreaktionen auf Biologicals, entsprechen im weiteren Sinne den Typ-B-Reaktionen, die Typ-A-Reaktionen sind eine Art „on-target“-Reaktionen. Hintergrund ist, dass auch Typ-A-Reaktionen von individuellen genetischen Faktoren abhängig und bestimmte Typ-B-Reaktionen dosisabhängig und vorhersehbar sein können (3) .

In Bezug auf die Pathophysiologie nichtallergischer Überempfindlichkeitsreaktionen sei ergänzt, dass 2015 in Nature ein Rezeptor auf Mastzellen im Mausmodell und in humanen Mastzellen beschrieben wurde, der für die IgE-unabhängige Freisetzung von Histamin aus Mastzellen, etwa durch neuromuskulär blockierende Wirkstoffe wie Atracurium, verantwortlich sein könnte (4).

Die Definition der UAW orientiert sich in Abgrenzung zu einem unerwünschten Ereignis an dem vermuteten Kausalzusammenhang mit der Arzneimittelanwendung (§4[13] Arzneimittelgesetz und §3[6] GCP-Verordnung). So kann ein Beinbruch im Rahmen eines Unfalles ein unerwünschtes Ereignis bei Anwendung eines Arzneimittels darstellen, muss aber nicht in einem kausalen Zusammenhang mit diesem stehen.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0713a

Prof. Dr. med. Bernhardt Sachs

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abteilung Forschung, Bonn

Bernhardt.Sachs@bfarm.de

1.
Böhm R, Proksch E, Schwarz T, Cascorbi I: Drug hypersensitivity—diagnosis, genetics, and prevention. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 501–1 VOLLTEXT
2.
Rawlins MD, Thompson JW: Pathogenesis of adverse drug reactions. In: Davies DM, eds.: Textbook of adverse drug reactions. Oxford, Oxford University Press 1977; 10–17.
3.
Garon SL, Pavlos RK, White KD, Brown NJ, Stone CA Jr, Phillips EJ: Pharmacogenomics of off-target adverse drug reactions. Br J Clin Pharmacol 2017; 83: 1896–1911 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
McNeil BD, Pundir P, Meeker S, et al.: Identification of a mast-cell-specific receptor crucial for pseudo-allergic drug reactions. Nature 2015. 519: 237–41 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Böhm R, Proksch E, Schwarz T, Cascorbi I: Drug hypersensitivity—diagnosis, genetics, and prevention. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 501–1 VOLLTEXT
2.Rawlins MD, Thompson JW: Pathogenesis of adverse drug reactions. In: Davies DM, eds.: Textbook of adverse drug reactions. Oxford, Oxford University Press 1977; 10–17.
3.Garon SL, Pavlos RK, White KD, Brown NJ, Stone CA Jr, Phillips EJ: Pharmacogenomics of off-target adverse drug reactions. Br J Clin Pharmacol 2017; 83: 1896–1911 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.McNeil BD, Pundir P, Meeker S, et al.: Identification of a mast-cell-specific receptor crucial for pseudo-allergic drug reactions. Nature 2015. 519: 237–41 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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