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Wir danken Herrn Prof. Sachs für sein Interesse an unserem Artikel (1). Bezug nehmend auf die alternative Einteilung von unerwünschten Arzneimittelreaktionen (UAW) in „on-“ und „off-target“-Effekte anstelle der vielfach verwendeten Einteilung nach Typ-A- und Typ-B-UAWs erscheint die Namensgebung (Typ B wie „bizarr“) in der Tat zuweilen unscharf. Das dankenswerterweise erwähnte Beispiel des MRGPRX2-Rezeptors, welcher neben den erwähnten Substanzen wie Muskelrelaxanzien und Gyrasehemmer auch durch Vancomycin aktiviert wird und so zur Mastzelldegranulation führt, zeigt beeindruckend, wie schnell aufgrund eines besseren molekularbiologischen Verständnisses eine bislang als Typ B geltende UAW (zum Beispiel Red-man-Syndrom nach Vancomycin) in eine Typ-A-UAW (klassisch-pharmakologisch rezeptorvermittelt) umgedeutet werden muss. Konsequenterweise wird der Anteil von Typ-B-UAW zunehmend geringer geschätzt, von zum Beispiel circa 20 % im Jahr 1968 auf circa 9 % im Jahr 2002 (2). Das A/B-Schema wird trotzdem weltweit verwendet und auch weiter entwickelt (Typ C–E). Andere Einteilungsversuche sind das „dose time susceptibility“-Klassifikationssystem (3). Die alternative Einteilung von UAW in „on-target“ und „off-target“ weist daher ebenfalls Schwächen auf und löst leider nicht sämtliche Problematiken.

Die Definition von UAW nach Arzneimittelgesetz und „good clinical practice“ widerspricht nicht unserem Artikel. Während wir vor allem die pharmakologische Wirkung betrachten, stellt der Gesetzgeber die Kausalität, die bei pharmakologischer Wirkung ja gegeben ist, in den Vordergrund. Je nach Anwendungsgebiet gibt es variierende Definitionen von unerwünschtem Ereignis und UAW (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0713b

Dr. med. Ruwen Böhm

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Ingolf Cascorbi

Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

cascorbi@pharmakologie.uni-kiel.de

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Ehrhardt Proksch

Prof. Dr. med. Thomas Schwarz

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie,

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Böhm R, Proksch E, Schwarz T, Cascorbi I: Drug hypersensitivity—diagnosis, genetics, and prevention. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 501–1 VOLLTEXT
2.
Böhm R, Cascorbi I: Pharmacogenetics and predictive testing of drug hypersensitivity reactions. Front Pharmacol 2016; 7: 396 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Aronson JK, Ferner RE: Joining the DoTS: New approach to classifying adverse drug reactions. BMJ 2003; 327: 1222–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
WHO. The conceptual framework for the international classification for patient safety version 1.1 Technical annex 2 Glossary of patient safety concepts and references. www.who.int/patientsafety/taxonomy/icps_technical_annex2.pdf. (last accessed on 20 September 2018).
1.Böhm R, Proksch E, Schwarz T, Cascorbi I: Drug hypersensitivity—diagnosis, genetics, and prevention. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 501–1 VOLLTEXT
2.Böhm R, Cascorbi I: Pharmacogenetics and predictive testing of drug hypersensitivity reactions. Front Pharmacol 2016; 7: 396 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Aronson JK, Ferner RE: Joining the DoTS: New approach to classifying adverse drug reactions. BMJ 2003; 327: 1222–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.WHO. The conceptual framework for the international classification for patient safety version 1.1 Technical annex 2 Glossary of patient safety concepts and references. www.who.int/patientsafety/taxonomy/icps_technical_annex2.pdf. (last accessed on 20 September 2018).

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