ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018Denis Mukwege: Nobelpreis für den Kampf gegen sexuelle Gewalt

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Denis Mukwege: Nobelpreis für den Kampf gegen sexuelle Gewalt

Dtsch Arztebl 2018; 115(42): A-1889 / B-1579 / C-1565

Korzilius, Heike

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Denis Mukwege, Foto: picture alliance
Denis Mukwege, Foto: picture alliance

Für seinen Kampf gegen sexualisierte Kriegsgewalt ist der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege (63) mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Er teilt sich die hohe Auszeichnung mit der jesidischen Aktivistin Nadia Murad. Beide hätten ihr Leben riskiert, indem sie mutig gegen Kriegsverbrechen kämpften und Gerechtigkeit für die Opfer sexueller Gewalt forderten, begründete das Nobelkomitee seine Wahl.

Mukwege ist Mitbegründer und Leiter des Panzi-Hospitals in Bukavu in der Krisenregion Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Der Gynäkologe hat dort in den vergangenen 20 Jahren Zehntausende Frauen und Mädchen betreut, die Opfer von Vergewaltigungen wurden. Er gilt als Spezialist für die Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane. Mukwege bezeichnet sich selbst als Frauenrechtsaktivist und setzt sich auch politisch für die Opfer sexueller Gewalt ein. 2012 forderte er in einer Rede vor den Vereinten Nationen, auch mit Blick auf den andauernden Konflikt in seinem Heimatland sexualisierte Gewalt zu verurteilen und die Vergewaltiger vor Gericht zu stellen. Nach der Rückkehr in den Kongo entging er nur knapp einem Mordanschlag. Mukwege floh mit seiner Familie nach Europa, kehrte aber nur wenige Monate später nach Bukavu zurück, weil die Frauen und Mädchen dort ihn brauchten, wie er sagt. „Wir haben eine rote Linie gegen Chemiewaffen, Biowaffen, Atomwaffen ziehen können. Heute müssen wir auch eine rote Linie gegen Vergewaltigung als Kriegswaffe ziehen“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur AFP 2016. Heike Korzilius

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