ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018Weltärztebund: Warnung vor „Burnout-Pandemie“

AKTUELL

Weltärztebund: Warnung vor „Burnout-Pandemie“

Dtsch Arztebl 2018; 115(42): A-1844 / B-1548 / C-1534

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Burnout-Symptome zeigen nach Ansicht des neuen Weltärztebund-Präsidenten weltweit fast fünf Millionen Ärzte. Foto: WavebreakMediaMicro/stock.adobe.com
Burnout-Symptome zeigen nach Ansicht des neuen Weltärztebund-Präsidenten weltweit fast fünf Millionen Ärzte. Foto: WavebreakMediaMicro/stock.adobe.com

Der neue Präsident des Weltärztebundes (WMA), Leonid Eidelman, hat auf der Generalversammlung des WMA in Reykjavik (Island) vor einer „Burnout-Pandemie unter Ärzten“ gewarnt. „Der Burnout von Ärzten ist ein Symptom für ein größeres Problem – ein Gesundheitssystem, das Ärzte zunehmend überlastet und ihre gesundheitlichen Bedürfnisse unterbewertet“, kritisierte er auf seiner Antrittsrede. Fast die Hälfte der zehn Millionen Ärzte weltweit zeige Symptome eines Burnouts, einschließlich emotionaler Erschöpfung, zwischenmenschlicher Entfremdung und einem geringen Gefühl der persönlichen Leistung, sagte Eidelman.

Ärzte seien „mit einem unglaublichen Arbeitsaufwand konfrontiert“, dazu gehörten ein steigender Verwaltungsaufwand, steigende Betriebskosten, neue Technologien und eine immer größere Patientennachfrage. Allerdings hätten Ärzte auch das große Privileg, „in das Leben unserer Patienten eingeladen zu werden“. Sie seien bei der Geburt und beim Tod von Patienten dabei, würden beraten und trösten, verhinderten Krankheiten und behandelten und managten Krankheiten.

Anzeige

„Unsere Patienten vertrauen uns, und wir haben unsere Fürspracherolle immer sehr ernst genommen. Wir werden unsere Patienten im Mittelpunkt unseres Handelns halten“, sagte Eidelman. Trotzdem sei es wichtig, die sich verändernden Arbeitsbedingungen in der Medizin zu erfassen und „einen anspruchsvollen, wissenschaftlichen und innovativen Blick in die Zukunft zu werfen“. Ärzte und Patienten benötigten Unterstützung dabei, sich auf die enormen Veränderungen in der Medizin in den nächsten zehn Jahren vorzubereiten, so der WMA-Präsident. Als Beispiele nannte Eidelman elektronische Patientenakten, Roboter und künstliche Intelligenz. hil

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema