ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018Bluttests: Abgeordnete wollen ethische Debatte zu Pränataldiagnostik anstoßen

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Bluttests: Abgeordnete wollen ethische Debatte zu Pränataldiagnostik anstoßen

Dtsch Arztebl 2018; 115(42): A-1840 / B-1546 / C-1532

Gießelmann, Kathrin

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An der Debatte zu Pränataltests sollen auch Menschen mit Behinderungen teilnehmen wie Sebastian Urbanski (Schauspieler) und Natalie Dedreux (Ohrenkuss-Redaktion). Foto: dpa
An der Debatte zu Pränataltests sollen auch Menschen mit Behinderungen teilnehmen wie Sebastian Urbanski (Schauspieler) und Natalie Dedreux (Ohrenkuss-Redaktion). Foto: dpa

Mehr als 100 Parlamentarier haben sich für eine Entscheidung des Bundestags zur Regelung pränataler Bluttests ausgesprochen. Eine Orientierungsdebatte über den Nutzen der Tests bei der Diagnose von Trisomien, wie etwa dem Down-Syndrom, soll Anfang 2019 starten, hieß es auf einer Pressekonferenz in Berlin, auf der auch ein Positionspapier vorgestellt wurde. Ein zentraler Aspekt daraus ist die Kostenübernahme der Bluttests durch die Krankenkassen, über die der Gemeinsame Bundes­aus­schuss derzeit berät. Die Abgeordneten gehen davon aus, dass immer mehr Eltern solche Tests nutzen, sollten sie sich in der Regelversorgung etablieren. Gleichzeitig würden jene stärker unter Rechtfertigungsdruck geraten, die sich für ein Kind mit Down-Syndrom entscheiden, heißt es im Positionspapier. Es sei nicht sichergestellt, dass Schwangere ihren Anspruch auf eine Beratung nach einem solchen Test wahrnehmen. Gegen den Nutzen pränataler Diagnostik sprach sich Corinna Rüffer (Grüne) aus. „Der Test hat keinen medizinischen Mehrwert. Es wird nach Auffälligkeiten gesucht, für die es keine Behandlungsoptionen gibt“, sagte sie. Etwas zurückhaltender äußerte sich Rudolf Henke (CDU/CSU). Wenn eine angemessene Beratung stattfindet, kann er kaum Gründe finden, die gegen pränatale Bluttests sprechen, die ein kleineres Risiko als die bei Risikoschwangerschaften erstattungsfähige Amniozentese mit sich bringen. Die Bundes­ärzte­kammer begrüßte die angestrebte Klärung ethischer Fragen. gie

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